BAD ZWISCHENAHN - Prof. Erika Band de Rosenberg ist alles in Einem: Journalistin, Historikerin und Schriftstellerin. Und sie war eine sehr enge Vertraute von Emilie Schindler, der Frau von Oskar Schindler. Spätestens seit dem Steven Spielberg-Film „Schindlers Liste“ gilt die Familie Schindler als eine der bedeutendsten Familien zur Zeit des Holocaust.
Oskar Schindler rettete über 1200 Juden vor dem Tod in den Konzentrationslagern. Fast niemand kennt dabei die Rolle seiner Ehefrau Emilie.
Prof. Erika Band de Rosenberg lebt heute in Buenos Aires, wo auch die Schindler-Familie nach ihrer Flucht aus Deutschland im Jahre 1945 lange Zeit gelebt hat. In einem spannenden Vortrag erzählte Erika Band de Rosenberg über das Leben der Familie Schindler, ihre persönlichen Erfahrungen mit Oskar Schindlers Witwe Emilie und die Rettung der Juden.
Erika Rosenberg lernte vor circa 18 Jahren die Witwe Emilie Schindler persönlich kennen, „nicht aus Zufall“, erwähnte die Referentin immer wieder, denn „an Zufälle glaube ich nicht“.
Schindlers Ehefrau ist für sie die „unbesungene Heldin“. Sie unterstützte ihren Mann maßgeblich bei der Rettung der Juden. Die Darstellung in dem Film „Schindlers Liste“ stimme überhaupt nicht, so Professorin Rosenberg weiter: „In dem Film wird Emilie immer als betrogene Ehefrau dargestellt – ihre Heldentaten blieben unerwähnt.“
Insgesamt bewertet die Historikerin diesen Film jedoch sehr gut, er sei „eher ein Spielfilm als eine Dokumentation, was ja auch der Sinn des Films war.“
Besonders beeindruckt waren die Zwischenahner Schüler, als sie erfahren, dass Steven Spielberg nie mit Emilie Schindler persönlich gesprochen habe, er hinterließ ihr lediglich ein paar Zeilen der Dankbarkeit.
Die Zwischenahner Schüler zeigten sich sehr berührt von den Berichten von Prof. Erika Band de Rosenberg und bedankten sich mit einem langanhaltenden Applaus für die interessanten Einblicke in das Leben der Emilie Schindler, die am 5. Oktober 2001 in der Nähe von Berlin verstarb.
