BAD ZWISCHENAHN - Mit Inhalten, die sich an seiner persönlichen Biographie anlehnen, gab der Essener Bestatter Gregor F. Buiting in der Trauerhalle des Bad Zwischenahner Bestattungshauses Behrens-Funke einen Einblick in die aktuelle Entwicklung der Bestattungskultur. In der Lesung aus seinem Buch „Zwischen Noten und Toten“, erschienen im Oldenburger Schardt Verlag, verschaffte er den Besuchern dabei einen Insiderblick hinter die Kulissen seiner Branche.

Mit dieser Lesung, so der Autor, möchte er betroffen machen und zum Nachdenken anregen. So war der literarische Vortrag in vielerlei Hinsicht ein ernster, jedoch kein todernster Abend. Seine Erfahrungen aus dem Privatleben sowie die Befindlichkeiten von Menschen im professionellen Umfeld von Tod und Trauer sind die Themen seines Buches.

„Wann haben Sie Ihre erste Leiche berührt, und was haben Sie dabei empfunden?“ wären Fragen, die jedem Bestatter gestellt werden. Er selbst könne es nicht mehr beantworten, doch hätte er schon in seiner Jugend beim elterlichen Beerdigungsinstitut helfend einspringen müssen. Dieser Dienst sei ein notwendiger Dienst am Mitmenschen, stellte er heraus. Aus seiner persönlichen Erfahrung habe er feststellen können, dass Sterbefälle immer eine besondere Herausforderung darstellten. Dabei fiele es immer noch schwer, Leichen, besonders die von Kindern, abzuholen. Die Aussage eines sterbenden Kindes „Der Tod ist doch nur ein Komma, kein Punkt“ sei bei ihm in bleibender Erinnerung. Dabei wäre der Tod die Vollendung unserer Geburt, bekannte er.

In dem von Sabine Krüger vorgetragenen Buchkapitel „Die ausgefallene Aufnahme – ein Krimi“ berichtet Bestatter Buiting von einem makabren Scherz, der ihm eine Karnevalsgesellschaft bereitet hatte.

Die Bestattungskultur erlebe eine Renaissance, äußerte er zum Schluss. Mit seinem Buch möchte er versuchen, sich dem elementaren Bestandteil des Lebens, dem Tod, wieder anzunähern. Die einzelnen vorgetragenen Kapitel wurden äußerst gefühlvoll von dem Ekener Oliver Rupp am Klavier untermalt.

Die Ernsthaftigkeit des Sachbuches, in dem der Autor Berufliches mit Privatem verknüpft, sei ein eindrucksvoller Beleg über Begegnungen mit Geburt und Tod, stellten die Hörer in den abschließenden Gesprächen fest.