BAD ZWISCHENAHN - „Morgenstund hat Gold im Mund“ - dieses Sprichwort ist altbekannt. Neu ist hingegen das musikalische Angebot, das Kantor Hartmut Friedrich seit Februar speziell für musikbegeisterte Senioren vorhält: Immer dienstags von 10 bis 11.30 Uhr treffen sich die “Goldkehlchen” des Kirchenchores „Morgenstund“ im “Haus Feldhus”, um gemeinsam zu singen. Klassische Kirchenlieder gehören ebenso zum gehobenen Repertoire wie traditionelle Volkslieder.

„Ich wollte ein Angebot für all diejenigen schaffen, die vielleicht aufgrund ihres Alters oder anderer Umstände nicht im Kantoreichor singen können”, erklärt Friedrich sein nunmehr fünftes Chor-Projekt. „So kann man nahtlos weiter singen.“ Denn jeder Gesangsinteressierte habe ein Recht, sein Können ausprobieren und schulen zu dürfen, so der Kantor. Daher seien nicht nur erfahrene Sänger, sondern auch Anfänger zur Mitwirkung eingeladen.

Für den Übungstermin früh am Tage gebe es auch gute Gründe, erklärt der Leiter. Neben der neuen Namensgebung, der Chor hieß zu Beginn noch Senioren-Kantorei, spräche vor allem, dass gerade ältere Menschen in den dunklen Monaten nicht mehr spät alleine unterwegs sein möchten. „Und da die Mitglieder im Regelfall schon vormittags Zeit haben, bot sich der Termin an“, so Friedrich.

Und die Musiker? Sie lieben ihren Chor. „Hier wird das Kulturgut gepflegt, das ich noch aus der Schule kenne“ meint eine Sängerin begeistert. Eine weitere fügt an: „Ältere Stimmen haben in anderen Chören kaum mehr eine Chance. Wir möchten aber nicht abgeschoben werden. Hier dürfen wir uns wieder frei entfalten.“ Überhaupt sei es wunderbar, den Tag mit Musik beginnen zu können, finden die knapp 20 Sängerinnen und Sänger. „Musik schafft Freude und darauf haben wir auch ein Anrecht.“ Ein weiterer Aspekt für den Chor sei die Möglichkeit, durch Gesang das Gehirn zu trainieren, erklären die Mitglieder. „Und das Gemeinschaftsgefühl tut uns einfach gut.“ Eine passionierte Sängerin bringt es schließlich auf den Punkt: „Wir möchten unsere Lieder nicht verlieren. Hier werden sie geschützt und am Leben gehalten.“

Hartmut Friedrich nimmt das Lob gerührt entgegen. Er freue sich über die gute Resonanz und lädt alle Interessierten ein, bei den Proben vorbeizuschauen. Nur in den Ferien wird auch bei „Morgenstund“ nicht musiziert.