BAD ZWISCHENAHN - Die Ankündigung setzt noch einen drauf auf den Schluss-Beifall. „Versprochen, im nächsten gibt es wieder eine solche Veranstaltung“, sagt Jörg Hauck, Chef des Restaurants „Graf Luckner“ im Fährhaus – und rückt die Messlatte der Erwartungen noch ein Stück höher. Wie will man toppen, was gerade begeisterte Gäste an kulinarischem Feuerwerk genossen haben. Eine Koch-Show mit bestens aufgelegten Meistern an den Töpfen, Creationen, die jeden Stern verdient hätten, und einem Moderator Ludger Abeln mit Spaß an einer ungewöhnlichen Premiere: Sechs Spitzenköche ließen sich live auf die Finger sehen, um nur Minuten später dem Publikum zu servieren.
Welch’ ein Unterschied zu trockenen TV-Sendungen am heimischen Fernseher. Nicht die Kamera bestimmt den Blick, die Zuschauer im „Graf Luckner“ sehen allen Köchen gleichzeitig auf Schneidemesser, raffinierte Zutaten und bei eleganten Zubereitungen. „Nervös“ seien die Künstler, verriet Abeln den Zuschauern zu Beginn. Werner Kropp („Le Journal“, Oldenburg) kann der NDR-Moderator nicht gemeint haben. Er servierte nicht nur einen wunderbaren Ruccola-Auftakt, sondern auch herrliche Pointen rund um Herd und Rezepte.
Doch auch Jochen Thoss mit „Weißem Gazpacho mit Aal Tatar“ vom „Phoenix“ in Oldenburger gehört ebenso wenig zu den trockenen Vertretern seines Fachs wie Jürgen Petrick von der Bremer „Havanna Lounge“, der den Unterschied zwischen geangeltem und netzgefangenen Wolfsbarsch schmackhaft erklärte. Auch Andre Lambertus („Kalaboush“) mit seinem „Weißen Heilbutt auf Kalbsbäckchen mit getrüffelten Erbsenpürree“ oder Maitre Carsten Görke vom „Graf Luckner“ und seinem hervorragenden Küchenteam ergänzt durch Sven Lehnhoff vom „Münsterländer Hof“ mit seiner „Tonkabohnen-Creme“ (Abeln: „Einfach rattenscharf“) – sie alle würzten ihre Gerichten mit einer kräftigen Prise Humor.
Nach dieser Premiere kann man gespannt auf die Fortsetzung warten. Die Maßstäbe sind gesetzt.
