BAD ZWISCHENAHN - Der Marktplatz wurde zum Mittelpunkt des Geschehens. Hier gingen Jugendliche auf Diebestour und stahlen den Besuchern ihre Geldbörsen. Doch die jungen Diebe machten es nicht freiwillig. Aus verschiedenen Ländern verschleppt und zu dieser Art von Beschaffung gezwungen, hofften sie, wieder eines Tages aus dieser Situation ausbrechen zu können. Die Themen Verschleppung von Jugendlichen, Menschenhandel und Ausbeutung waren Inhalt des Theaterstücks „Schmuddelkinder“, mit dem die Theatergruppe des Jugendzentrums (JZ) Stellwerk in Bad Zwischenahn am Freitag Premiere feierte.
Das gut 60-minütige Stück in 13 Szenen von Andreas Galk war nicht einfach zu spielen und forderte von den insgesamt zwölf Darstellern die ganze Konzentration. „Schmuddelkinder“ waren Marco (dargestellt von Hendrik Schierloh), Sophie (Sophia Petridis), Maria (Anna-Lena Kalva), Ernestine (Jasmin Prikker) und Paula (Vanessa Berding). Aus dem Ausland angeschafft, mussten sie für Frau Rani (Maria Olscheweski) auf Diebestour gehen. Und wer nicht genug zusammenbrachte, wurde hart bestraft. Als Marco auf dem Markt die Geldbörse von Frau Wagner (Kea Jeremias) stahl, verfolgte deren Tochter Sam (Tina Schwabe) den flüchtenden Dieb bis in seinen Unterschlupf. Hier wurde sie anschließend von Frau Rani daran gehindert, das Haus zu verlassen. Vielmehr sollte sie mit Hilfe des Obsthändlers (Alexander Blum) außer Landes gebracht werden.
Während Frau und Herr Wagner (Thomas Kurpiella) mit Hilfe des Polizisten (Renigiusz Eilers) nach ihrer Tochter suchen, macht sich die kleine Schwester Isabell (Emely Meyer) allein auf den Weg und begibt sich damit in große Gefahr.
Gut ein Jahr probte die Gruppe diese Aufführung ein, sagte Sonja Eckert, Regisseurin und Leiterin der Theatergruppe. Die ernsthafte Thematik war dabei eine Herausforderung für das Team, das bisher eher Komödien einstudiert hatte. Sich in die Situation hineinzufühlen und trotz des Spaßes am Spiel die Ernsthaftigkeit zu erhalten – das war für Emely, mit 12 Jahren die Jüngste in der Gruppe, die eigentliche Schwierigkeit. Alle Akteure, darin waren sich die vielen Zuschauer einig, waren diesen Anforderungen gewachsen und erhielten lang anhaltenden Beifall.
Wann das Stück „Schmuddelkinder“ noch einmal gezeigt wird, konnten weder Sonja Eckert noch Claus Meyer, der hier als Souffleur fungierte, sagen. Frau Eckert könnte sich eine „Altersheim-Tournee“ als Projekt „Jugend trifft Alter“ vorstellen. Und der Autor Andreas Galk würde das Stück gern in seinem Heimatort bei Hannover sehen.
