Bad Zwischenahn - Er liebt eher die Rolle eines Bösewichtes, was ihm bei der Theateraufführung des Stücks „Herr der Fliegen – (k)ein Spiel“ nach dem Roman von William Golding am Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht allerdings verwehrt blieb. Hier verkörperte Mathis Bakenhus den Ralf, der auf einer Insel mit weiteren gestrandeten Kindern und Jugendlichen eher für das Prinzip der Vernunft, Ordnung und Demokratie eintritt. Die Rolle bekam er im Vorfeld zugeordnet, füllt sie aber sehr leidenschaftlich und überzeugend aus, nicht nur bei der Premiere am Donnerstag im Forum des Schulzentrums Bad Zwischenahn, sondern auch bei den nachfolgenden Auftritten am Samstag und Sonntag.

Die Theater-Arbeitsgruppe des Gymnasiums hatte sich für dieses Schuljahr nicht nur ein sehr anspruchsvolles Stück ausgesucht, sondern auch noch ein düsteres dazu, was von allen sechszehn Akteuren „eine mentale und körperliche Herausforderung verlangt“, so Andreas Leu, der zusammen mit Stefanie Große in diesem Schuljahr zum ersten Mal gemeinsam die Spielleitung innehat.

In dem Roman „Herr der Fliegen“ aus dem Jahr 1954 geht es um eine Gruppe von Kindern, die mit einem Flugzeug auf eine unbewohnte Insel abstürzen. Ohne Erwachsene sind sie auf sich allein gestellt, um ihr Leben zu organisieren. Wo am Anfang noch Harmonie herrscht, brechen bald Konflikte auf. Dabei stehen sich zwei rivalisierende Gruppen gegenüber, angeführt von Ralf und von Jack (Mauritz Mersmann). Dieser verwandelt sich immer mehr in einen blutrünstigen Jäger und Einpeitscher.

Während das Stück für Andreas Leu die bereits 13. Aufführung mit einer Theatergruppe des Gymnasiums war, hatte Stefanie Große ihre eigene Premiere. Bisher war sie im musikalischen Bereich tätig, konnte sich hier aber gut wiederfinden, weil in der Theateraufführung immer wieder musikalische Sequenzen und Lieder eingebaut sind.

Für ihr eindrucksvolles Spiel, das am Ende viele Besucher nachdenklich nach Hause gehen lässt, erhielten die Akteure lang anhaltenden Applaus. Mathis Bakenhus, seit diesem Schuljahr neu in der Theater-AG, möchte „in dieser tollen Gruppe, in der wir uns von Anfang an verstanden haben“, dabei bleiben – „Am besten bis zum Abitur.“