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Heimat Bäckerhandwerk lebendig halten

Melanie Jepsen

Bösel - Hubert Theilmann (75) und Hubert Kunze (80) holen die Pizzen aus dem Ofen. „32 Pizzen haben wir heute gebacken“, erzählt Kunze, als er das Blech im Backhaus am Pallert abstellt. Der Duft der frisch gebackenen Teigwaren legt sich über das Backhaus. „Gefragt sind viel Käse und Tomaten“, meint Kunze, während die rund 30 Mädchen und Jungen der Ferienpasskation draußen auf dem Gelände auf die knusprigen Spezialitäten warten.

Bäcker gelernt

Die Männer verstehen ihr Handwerk. Beide sind gelernte Bäckermeister. Heute stehen die Rentner aus Bösel nur noch hobbymäßig vor dem Ofen. Ehrenamtlich heizen Kunze und Theilmann für die Landfrauen aus Bösel und Petersdorf den Steinbackofen am Heimathaus Bösel ein.

Die beiden Böseler backen seit dem Jahr 2000 für die Landfrauen. Wie berichtet, wurde 1999 mit dem Bau des Backhauses begonnen. Die handwerklichen Arbeiten übernahm der Heimatverein Bösel. Im Sommer 2000 konnte die Fertigstellung gefeiert werden. Die Idee hatte die mittlerweile verstorbene damalige Vorsitzende Monika Drees. Ihre Nachfolgerin Renate Elsen setzte dann die Pläne um. Zum vierköpfigen Team der ehrenamtlichen Bäcker gehören noch Martin Meyer und Ewald Nagel. Die Bäcker arbeiten an den Backtagen des Landfrauenvereins Bösel/Petersdorf im Wechsel.

Backen bei 350 Grad

Bereits um 5 Uhr in der Früh hätten sie den Ofen angeheizt, erzählen die beiden Bäcker. Auf dem Steinboden schichten sie Holz auf, das dann gut acht Stunden brennt. Zu Anfang müssen sie den Boden säubern. Dafür verwenden sie eine so genannte Bäckerfahne (in Wasser getränkter Sack), die sie ausschleudern würden, erklärt Hubert Kunze. Das Thermometer zeigt 350 Grad. Diese Temperatur sei ideal, damit die Pizzen gut durchbacken, sagen die Bäcker. 20 Minuten backen sie im Ofen. Klare geschmackliche Favoriten hat die zehnjährige Sarah: Tomatensoße, Käse, Schinken und Salami müssten es sein, erzählt das Mädchen.

Verstärkung gesucht

Sie freue sich über das Engagement der vier Bäcker, die das alte Handwerk der Bevölkerung nahebringen, sagt Heike Brinkmann, Ansprechpartnerin für das Backhaus und Vorstandsmitglied der Landfrauen. „Wir finden es ganz toll.“ Gebacken wird am Böseler Heimathaus nun seit 15 Jahren. Die Verantwortung für den Verkauf der Backwaren wechselt zwischen den sechs Bezirken der Landfrauen. Weitere Interessierte Bäcker, die sich ehrenamtlich einbringen wollen, seien jederzeit willkommen, meint Elke Werner vom Vorstand.

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