Bookholzberg - Diese Aufgaben hatten es in sich. Mit der Ein-Promille-Simulationsbrille auf der Nase einen Ball in einen Korb werfen oder Geld vom Fußboden aufheben, das war schon schwierig. Aber mit der „Sehhilfe“ schnurgerade auf einem weißen Klebeband balancieren? „Ich seh’ die Linie gleich zweimal“, beschrieb die zwölfjährige Sura die eigene Orientierungslosigkeit – und entschied sich beim Balancieren für den Weg „dazwischen“.

Das Simulieren der eigenen Betrunkenheit war am Montag Teil eines Präventionstages der Oberschule An der Ellerbäke. Die Themen: Alkohol und Nikotin. Zwar sei beim Rauchen der Trend unter Schülern seit Jahren rückläufig, und auch Alcopops hätten nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre, stellten die Sozialpädagoginnen Nina-Verena Müller und Mechthild Heidtkamp klar. Dennoch: „Rauchen und Alkohol sind nach wie vor ein Thema unter Jugendlichen.“

Der Präventionstag richtete sich an die Jahrgänge 6 bis 8, zusammen etwa 240 Schüler. Als Kooperationspartner waren die Polizei, die Jugendgerichtshilfe, die Jugendpflege der Gemeinde Ganderkesee sowie die Fachstelle Sucht im Landkreis Oldenburg mit im Boot.

Während die Sechstklässler eine übergroße Modellzigarette bauten und darin alle Inhaltsstoffe darstellten, gingen die 7. Klassen unter anderem das Thema Werbung an: Sie schlüpften in die Rolle einer „PR-Firma“ und machten sich Gedanken, wie Alkoholika denn wohl unter Gleichaltrigen erfolgreich zu vermarkten wären. Gleich daneben bat Maria Rüschendorf von der Fachstelle Sucht im Landkreis Oldenburg zu einem Quiz rund um Alkohol und seine Wirkungen. Für den wohl größten Aha-Effekt sorgte ihre Frage, wann denn der getrunkene Alkohol im Gehirn ankommt: „Nein, nicht nach fünf Minuten – erst nach bis zu eineinhalb Stunden.“ Gerade das sei ja so tückisch: „Man denkt erst: Es wirkt ja gar nicht – und trinkt weiter.“

Der Jahrgang 8 befasste sich mit dem eigenen Genussverhalten und der gesellschaftlichen Bedeutung von Alkohol. Polizei und Jugendgerichtshilfe gaben eine Übersicht über rechtliche Gefahren und Konsequenzen von Alkoholmissbrauch.

Der Präventionstag war eine Pilotveranstaltung. Künftig, so sagten Nina-Verena Müller und Mechthild Heidtkamp, soll er einmal jährlich stattfinden, dann auch mit den 5. und 9. Klassen.