Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Festival Bambusstangen aus dem Kongo

Regina Jerichow

Oldenburg - Der Teufel steckt oft im logistischen Detail. Obwohl das Publikum bei den 11. Internationalen Tanztagen in Oldenburg viel zu sehen bekommt – 17 Compagnien aus zwölf Ländern und eine tänzerische Mischung zwischen Neoklassik und Hardcore-Konzept –, findet die meiste Arbeit im Verborgenen statt. So erfährt kein Zuschauer, wie etwa die gut zwei Meter langen Bambusstangen aus der Republik Kongo nach Oldenburg kamen, ob der perfektionistische Flamenco-Tänzer Israel Galván auf Anhieb mit dem Holzfußboden einverstanden war, oder wie sich die mehr als 150 europäischen, afrikanischen und asiatischen Gäste zurechtfinden.

Begrüßungsmappen

Dass Letzteres klappt, dafür sorgt Produktionsleiterin Lisa Besser, die für die anreisenden Gruppen eigens „Begrüßungsmappen“ zusammengestellt hat, die unter anderem einen Stadtplan von Oldenburg, Kontaktdaten, Hinweise auf Restaurants und Cafés sowie Zeit- und Probenpläne enthalten. Unterstützt wird sie von etwa zehn Künstlerbetreuern, die Compagnien vom Flughafen abholen und bei der Organisation helfen. Noch bis zum 9. April bleibt Zeit, alles vorzubereiten.

Einfach machen es den Organisatoren die großen, durch zahlreiche Tourneen routinierten Compagnien wie etwa das Nederlands Dans Theater. „Die kommen mit einem fertigen Baukasten-System und fahren mit ihren Trucks vor“, sagt Festivalleiter und Tanzchef Honne Dohrmann. Mehr Aufmerksamkeit erforderten dagegen unerfahrene Gruppen wie etwa DeLaVallet Bidiefono mit seiner Compagnie aus der Republik Kongo oder Panaibra Gabriel Canda aus Mosambik, für die man Portugiesisch sprechen sollte.

Aber auch ein Weltstar wie der Flamenco-Tänzer Israel Galván aus Spanien, der kürzlich den renommierten New Yorker Bessie Award erhielt und von dem man vermuten könnte, er benötigte nicht mehr als seine Schuhe, stellt die Organisatoren vor Herausforderungen: Ein kompletter Holzfußboden, der den Ansprüchen des Tänzers genügt und absolut eben ist, wird eigens aus Hannover geholt.

Ganz zu schweigen von den „Klippen“, mit denen Dohrmann bei den vermeintlich kleinen Produktionen der beiden „Aerowaves“-Abende zu kämpfen hat. Dabei werden jeweils drei Stücke von aufstrebenden Choreografen gezeigt. Und obwohl jeder eigentlich eine eigene Farbe für den Fußbodenbelag benötigt, muss er sich mit den Gegebenheiten arrangieren.

Doch all die Mühen sollten sich lohnen, denn die Karten für das 11. Tanzfestival, das diesmal unter dem Leitmotiv „Aufbruch“ steht, sind bereits zu 95 Prozent verkauft oder reserviert – „so viele wie noch nie“. Dohrmann rät dennoch zu kurzfristigen Nachfragen, denn je früher Karten reserviert wurden, desto größer sei auch die Chance, dass sie wieder zurückgegeben werden. Für zwei Produktionen sind auf jeden Fall noch Plätze frei: für die Gruppe Peeping Tom aus Belgien und ­EN-KNAP aus Slowenien.

Monatelange Auswahl

Dem letzten Feinschliff ist eine monatelange Auswahl vorausgegangen. Fast zwei Jahre lang hat Dohrmann die Compagnien ausgesucht und das Programm zusammengestellt. „Nach dem Festival ist vor dem Festival“, lautete bisher sein Motto. Ob das auch diesmal gilt, ist durch die neue Intendanz ab der Spielzeit 2014/2015 aber fraglich. Doch der 52-jährige Tanzdirektor winkt ab: Jetzt konzen­triert er sich erst einmal auf die aktuellen Tanztage. Die Zukunft kann warten.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die AfD hatte bereits Anfang Februar zu einem Bürgerdialog ins Schortenser Bürgerhaus eingeladen, draußen versammelten sich mehrere Hundert Personen zu einer Gegendemo.

SCHORTENSER DEMOKRATIE-FEST ABGESAGT Nun übernehmen Antifa, Jusos und Fridays for Future

Oliver Braun
Schortens
Live-Blog
Bei der EM in Schleswig-Holstein im Jahr 2022 war die Stimmung ausgelassen: Ab Donnerstag wird es in Neuharlingersiel ähnlich aussehen.

BOSSELN UND KLOOTSCHIESSEN Europas beste Friesensportler – der Live-Blog zur EM in Neuharlingersiel

Neuharlingersiel
Die beiden Bestandsgebäude auf dem ehemaligen Friedeburger Schulgrundstück gehen ihrer Vollendung entgegen. Im Bild der sogenannte Turm.

KLASSENZIMMER WERDEN ZU WOHNRAUM Friedeburger wohnen jetzt dort, wo früher Kinder unterrichtet wurden

Detkef Kiese
Friedeburg
Komm in meine Arme: Die B-Juniorinnen der SpVg Aurich – hier im Spiel gegen den VfL Wolfsburg – wollen Sonnabend gegen Mönchengladbach den Grundstein zum Einzug ins Finale legen.

KAMPF UM DEUTSCHE MEISTERSCHAFT Aurichs Fußballerinnen hoffen im ersten Halbfinale gegen Gladbach auf 3500 Fans

Ingo Janssen
Aurich
Jubelt weiter für den VfB: Drilon Demaj

ALLROUNDER BLEIBT BEI FUSSBALL-REGIONALLIGIST Neu-Stürmer Drilon Demaj verlängert Vertrag beim VfB Oldenburg

Lars Blancke
Oldenburg