BARßEL - Der 7. Januar 1964 ist ein unvergessenes Datum im Leben der 69-jährigen Käthe Lücking aus dem III. Hüllenweg in Barßel. An diesem Tag wurde ihr Sohn Ralf geboren. Das besondere daran: Ralf, inzwischen 47 Jahre alt, kam im elterlichen Haus am III. Hüllenweg zur Welt. Ralf Lücking: „Ich bin wohl die letzte Hausgeburt in unserer Straße. Das habe ich in der Nachbarschaft nachgefragt.“

1963 waren Käthe Lücking und ihr Ehemann Josef – er verstarb im Jahre 2004 im Alter von 66 Jahren – in ihr neues Haus am III. Hüllenweg gezogen. Ihr ganzes Geld und sehr viel Arbeit und Liebe hatten sie in den Neubau gesteckt, erinnert sich Käthe Lücking an die Anfangsjahre in der damals noch wenig besielten Straße zurück.

Warum sie damals eine Hausgeburt der inzwischen auch in der 1960-er Jahren immer öfter bevorzugten Niederkunft in einem Krankenhaus vorgezogen hat, beantwortet die Seniorin so: „Das war eigentlich kein Problem, denn unsere Hebamme war ja immer schnell vor Ort und auch für die ärztliche Betreuung war ja gesorgt.“ Außerdem gab es ja noch das „Stillgeld“ von der Krankenkasse, weiß Käthe Lücking zu berichten. Hebamme war damals die inzwischen ebenfalls schon verstorbene Hedwig Thoben aus Barßel. Käthe Lücking: „Die war schnell zur Stelle, als damals die Wehen einsetzten. Und sie war die ganze Zeit bei der Hausgeburt natürlich auch dabei.“ Sohn Ralf brachte Käthe Lücking „ganz normal“ in ihrem Bett zur Welt. Die Mutter von Ralf Lücking erinnert sich: „Abends nach dem Abendessen setzten bei mir die Wehen ein. Die Hebamme blieb die ganze Nacht, denn unser Sohn wurde erst am nächsten Morgen gegen 5 Uhr geboren.“ Der Ehemann musste vor der Tür warten. So war das eben damals.

Hausarzt Dr. Karl Meiners aus Barßel versorgte dann Mutter und Neugeborenes. Käthe Lücking: „Unser Sohn war putzmunter und gesund. Er wog acht Pfund.“ Später brachte Käthe Lücking noch zwei gesunde Mädchen zur Welt – im Krankenhaus. Über ihren Sohn Ralf, mit dem sie in Hausgemeinschaft lebt, sagt die 69-Jährige: „Er hat sich gut entwickelt.“