BAYREUTH - Nach dem überraschenden Tod von Gudrun Wagner droht den Bayreuther Festspielen nach Ansicht der einflussreichen Festspielmäzene keine akute Schieflage. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte der Vorsitzende der „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“, Karl-Gerhard Schmidt, am Donnerstag.

„Die Richard-Wagner-Festspiele 2008 sind längst in trockenen Tüchern, was das Engagement der Künstler, den Kartenverkauf und die Finanzierung betrifft. Ich sehe da kein Loch.“ Die 63-jährige Ehefrau von Festspielleiter Wolfgang Wagner (88) war am Mittwoch überraschend an den Folgen einer Operation gestorben.

Sie galt als die wichtigste Mitarbeiterin ihres gesundheitlich angeschlagenen Mannes und als „heimliche Herrscherin“ über die Festspiele. Einzelheiten zur Todesursache waren am Donnerstag im Festspielhaus und bei der Stadtverwaltung ebenso wenig bekannt wie der Termin der Beerdigung. Im Festspielhaus ging der normale Betrieb weiter. „Aber alle stehen noch unter Schock“, sagte eine Sprecherin.

Auch Schmidt äußerte sich tief betroffen über Gudrun Wagners Tod. Das Mitgefühl aller Bayreuth-Freunde gelte nun Wolfgang Wagner und der 29-jährigen Tochter Katharina Wagner.

Spekulationen über die Zukunft der Festspiele seien angesichts des tragischen Geschehens im Moment völlig unangemessen. Der bayerische Kunstminister Thomas Goppel (CSU) wollte sich am Donnerstag ebenfalls nicht dazu äußern, wie es mit den Bayreuther Festspielen weitergehen wird. „Zunächst stehen ausschließlich menschliche und bei Wolfgang Wagner auch familiäre und persönliche Dinge im Vordergrund“, ließ Goppel mitteilen. In den vergangenen Monaten war immer wieder über die mögliche Nachfolge von Wolfgang Wagner diskutiert worden.

Infos unter:

www.bayreuther-festspiele.de