Tossens - Die aus Schülern der 8. und 9. Klassen bestehende Theater ÅG der Tossenser Zinzendorfschule brillierte jetzt mit einem selbst erarbeiteten Stück über ein krebskrankes Mädchen. Das vielschichtige Drama, das unter Leitung und tatkräftiger Mitwirkung von Theaterpädagogin Conny Howell entstand, ließ keinen Zuschauer kalt.
Mit „Lenas Geschichte“ wurde, wie Schulleiterin Andrea Turmann bei ihrer Begrüßung betonte, die Theatersaison an der Tossenser Schule eröffnet. In der kommenden Woche werde das neue Programmheft erscheinen. Dann gab sie die Bühne frei.
Eine Erzählerin aus dem Hintergrund führt durch Lenas Leben. Sie erzählt die Vorgeschichte und dabei kommen auch Figuren aus Lenas Familie auf die Bühne. Ihr Vater schildert sein glückliches Familienleben mit Ehefrau und drei gesunden Kindern. Doch der Schein trügt.
Lenas Kopfschmerzen verschlimmern sich, sie bricht im Schulbus zusammen, die Diagnose lautet: Hirntumor. Zwar versteckt der Arzt diese in einem Wust aus Fachchinesisch, doch schnell wissen die Eltern bescheid.
Der wesentliche Teil des Stückes spielt sich in Lenas Krankenzimmer ab. Dafür hat Richard Howell, der Ehemann der Theaterpädagogin, eigens ein transportfähiges Krankenbett konstruiert. Hier leidet Lena unter ihren Ängsten und den Folgen der Chemotherapie. Hier besuchen sie ihre Freunde, die nicht wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen.
Ihre Eltern und Geschwister versuchen abzulenken, zu trösten und leiden mit. Der Freund kann mit Lenas Stimmungsschwankungen nicht gut umgehen. Der Arzt schützt sich weiterhin durch medizinische Versachlichung.
Über eine Stunde lang nehmen die Zuschauer Anteil am Schicksal des Teenagers, der schließlich „die Schnauze voll hat“. Lena zerlegt vor Wut über ihre Situation das Krankenzimmer, einschließlich ihres Bettes. Lenas Ende bleibt offen.
Die schauspielerische Leistung des Ensembles war beeindruckend und dem komplexen Stück absolut angemessen. Hier konnte Conny Howell auf die Erfahrung ihrer Schüler vertrauen, die überwiegend schon über mehr als drei Jahre Mitglied der Arbeitsgemeinschaft sind. Als Anerkennung überreichte sie, ganz traditionsgemäß, jedem Akteur eine weiße Rose.
Es gab das verdiente Lob der Schulleitung und anhaltenden Beifall des Publikums, in dem sich manch einer verstohlen seine Tränen aus den Augen wischte.
