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Festival Begegnung in Cannes hat filmische Folgen

Klaus Fricke

Oldenburg - Es muss nicht immer ein Rathauszimmer sein oder ein Biertresen, damit sich zwei Oldenburger treffen und etwas Großes aushecken. Es kann auch ein gemütlich-geschäftlicher Stehempfang am Rand der Filmfestspiele von Cannes ausreichen, damit zwei Oldenburger, die sich nie zuvor gesehen haben, ins Gespräch kommen und am Ende sagen: „Irgendwann müssen wir mal was zusammen machen.“ Jan Krüger und Marcus Machura haben diese Verabredung getroffen, damals im Mai 2010 – und es nicht beim Wort belassen.

Jugenddrama „Jack“

Was zur Folge hat, dass das Filmfest Oldenburg in diesem Jahr mit einem Werk endete, das Regisseur Edward Berger zwar samt und sonders an der Spree spielen lässt, in dem aber trotzdem sehr viel Huntewasser fließt: Krüger (34) und Machura (40) haben als Geschäftsführer der Produktionsfirma Port-au-Prince bzw. als Chef des Camino Filmverleihs das vielgelobte Jugenddrama „Jack“ im Hintergrund ganz wesentlich mitbestimmt.

Auch wenn die beiden schon lange Oldenburg verlassen haben – ihr Geburtsort (Krüger kommt direkt aus der Stadt, Machura aus dem nahen Flecken Munderloh) ist für sie dauerhaft prägend und bedeutet Heimat. Weshalb man sich auch an besagtem informellen Abend in Cannes sehr schnell fand: „Das ging völlig problemlos, wie immer, wenn sich zwei aus Norddeutschland irgendwo anders treffen. Wir gingen offenen Herzens aufeinander zu“, lacht Machura.

Damals waren die Exil-Oldenburger (Krüger augenzwinkernd: „Meine Eltern haben mich als Vierjährigen schon ins Hochsauerland verschleppt“) bereits Akteure in der Filmbranche. Der studierte Anwalt Marcus Machura, seit langem in Köln lebend, hatte zunächst als Komparse, dann hinter den Kulissen der Ruhrgebietskomödie „Bang Boom Bang“ (1999) intensive Kontakte zum Kino geknüpft und verband später Juristerei und Filmgeschäft – im Jahr 2009 entstand daraus die Camino Filmverleih GmbH. Jan Krüger stellte sein Studium dagegen sofort auf ein Gleis und studierte Filmproduktion. Eine gute Ausbildung offenbar: Seine Abschlussarbeit an der Filmhochschule Potsdam („Leroy“) gewann 2008 unter anderem den deutschen Filmpreis als „Bester Kinder- und Jugendfilm“. Zudem ist er geschäftsführender Gesellschafter der „Port-au-Prince Film- und Kulturförderung“.

Wunderbare Erzählung

Eine gleiche Heimat, zwei ähnliche Karrieren – klar, dass sich diese Oldenburger unweigerlich über den Weg laufen mussten. Auch weil für beide die Maxime gilt: „Wir wollen Menschen mit Geschichten zusammenführen.“ Erstmals war es schon 2010 so weit. Da produzierte Krüger den Dokumentarfilm „The Green Wave“ (Adolf-Grimme-Preis), und Machuras Verleihfirma brachte ihn in die Kinos. Ganz eng aber wurde die Kooperation, als es nun darum ging, die Ideen von Edward Berger und seiner Co-Autorin Nele Mueller-Stöfen umzusetzen. Die wunderbare Filmerzählung „Jack“ lebt zwar ganz von der Kunst ihres Hauptdarstellers Ivo Pietzcker, doch ohne die Oldenburger Krüger und Machura wäre dieses Talent nicht im Kino zu erleben gewesen.

„Dass da etwas Besonderes entstehen kann, bemerkte ich schon beim Lesen des Skriptes“, meint Krüger. Unter den unzähligen Ideen, die den beiden in ihren Firmen auf den Tisch flattern, war eben auch dieser eine „Rohdiamant“. Und den, so Machura, „haben wir festgehalten“.

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