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Hobby Begegnungen im Morgengrauen

Lemwerder - Man möchte mit ihnen tauschen: Mit den Seehunden, die da so sagenhaft träge am Strand liegen und sich von der Sonne den Pelz trocknen lassen. Sie warten auf die nächste Flut, um dann in der Weser den nächsten Abenteuern nachzujagen. Es sind solche Begegnungen an den Weserstränden, die Udo Altmannshofer quasi in der Nacht aus dem Bett treiben.

Früh auf den Beinen

Dann steht der Lemwerderaner weit vor Sonnenaufgang auf, schnappt sich seine Fotoausrüstung und macht sich auf die Socken. Der Elsflether Sand ist dann oft sein Ziel. Denn dieses „einzigartige Naturreservoir“ ist für den 46-Jährigen ein besonderer Ort: „Das ist einer der schönsten Abschnitte an der Weser.“ Und das dokumentiert der Hobbyfotograf mit seinen Aufnahmen: Sie zeugen von zahlreichen Begegnungen mit den Seehunden, von Nebelschwaden, die zäh übers Wasser wabern, von Sonnenstrahlen, die Strand und Wasser in sanfte Farben tauchen, von der besonderen Atmosphäre in Vollmondnächten und immer wieder von Tieren, die der Fotograf dort bei ihrem Tagwerk antrifft. „Ich möchte mit meinen Bildern das Bewusstsein schärfen, dass dieser Ort schützenswert ist.“

Manchmal macht sich Udo Altmannshofer Sorgen um die Weserstrände zwischen Elsfleth und Lemwerder. „Nach einer Sturmflut waren letztes Jahre Teile des Elsflether Sandes weggespült. Wochenlang hat ein Bagger dort wieder Sand aufgeschüttet. Dann waren die Seehunde weg“, so der Elektroingenieur der Lemwerderaner Lürssen Werft. Den ganzen Sommer über habe er die Tiere nicht gesehen: „Aber jetzt sind sie endlich wieder da. Ich hoffe, dass sie auch den ganzen Winter über bleiben.“

Der Hobbyfotograf würde sich wünschen, dass vermehrt Buhnen an der Weser geschaffen werden, um die empfindlichen Strände besser bei Sturmfluten zu schützen. Denn dort geht der Leiter der Deichfotografen am liebsten seinem Hobby nach.

Die Deichfotografen sind ein Zusammenschluss von rund 20 Fotografen, die sich miteinander rege austauschen – mit dem Ziel, sich selbst in der Fotografie weiterzuentwickeln. Über seine Mitstreiter hat Altmannshofer auch eine neue Leidenschaft entdeckt: die Makrofotografie. Will heißen: Er schaut auf seinen Fotostreifzügen ganz genau hin und lichtet Insekten in extremen Nahaufnahmen ab, bei denen kein Detail verborgen bleibt. Auch den Ritzenbütteler Sand erkundet er dafür immer wieder.

Beinahe täglich beschäftigt den 46-Jährigen seine Fotografie: „Jetzt freue ich mich auf diesen Übergang vom Sommer zum Herbst. Das sind besonders tolle Stimmungen.“

Natur spielt große Rolle

Aber auch im Winter lässt der gebürtige Lemwerderaner seine Kamera nicht links liegen: „Der Raureif auf den Wiesen bei Sonnenaufgang ist zum Beispiel sehr schön.“ Überhaupt spielt die Schönheit bei Udo Altmannshofer eine große Rolle – ganz besonders die der Natur in der südlichen Wesermarsch.

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