Großenkneten - Nur beim ersten Mal war Sigrid Nolte nicht dabei. Danach hat die Großenkneterin 18 Jahre jeden Sommer ein Tschernobyl-Kind bei sich zu Gast gehabt. Inzwischen konzentriert sie sich ganz auf die Organisation der Arbeit der Tschernobyl-Gruppe Großenkneten, unterstützt von Dörte Eiskamp insbesondere bei der Kleiderkammer. „Das ist eine tolle Sache“, sagt sie und erzählt von den Kindern, die bei ihren Erholungsaufenthalten in Großenkneten so richtig aufblühen würden. Derzeit läuft der 24. Austausch.
29 Jahren nach der Reaktorkatastrophe ist die Region um das Dorf Krasnaja Belarus im Süden Weißrusslands immer noch gezeichnet von den Folgen der Havarie.
Die „Hilfe für Tschernobyl-Kinder in Großenkneten“, so der offizielle Namen, ist bei den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Großenkneten angebunden. Getragen wird sie neben Nolte und Eiskamp von den Familien, die eines der diesmal 20 Kinder und die zwei Betreuer aufnehmen. Oft sind es Russlanddeutsche in Ahlhorn, die die Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zwölf für drei Wochen beherbergen. Da fällt die Sprachbarriere weg.
Wie stets wird den Kinder ein buntes Programm geboten, das sie dankbar annehmen. So waren sie bei den Pfadfindern in Sage zu einem Grillfest. Zwar musste die Zeltübernachtung wegen schlechter Witterung gestrichen werden, „aber auch in der großen Scheune haben wir schöne Stunden beim gemeinsamen Grillen verlebt“, so Nolte. Auch die Kindergruppe aus Wardenburg war mit dabei.
Mit Hingabe haben die Kinder im Museumsdorf Cloppenburg Brot gebacken. „Das hat die Kinder sehr begeistert, und die frischen Brote wurden sofort probiert.“
Am Mittwoch waren sie bei der Kunstwerkstatt Maiastra in Ahlhorn. Das Specksteinschnitzen begeisterte sie. Mit viel Akribie und Geduld schufen sie tolle Figuren. An diesem Freitag sind die Kinder auf Einladung des Vereins für Lebensqualität in Ahlhorn beim Eisstockschießen. Zur Kaffeetafel hat sich auch der stellvertretende Bürgermeister Rolf Jessen angekündigt.
Am Mittwoch geht es auf die lange Heimreise nach Weißrussland. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion und hoffen, dass die Kinder jetzt gut erholt sind“, so Sigrid Nolte. Ein 25. Austausch im nächsten Jahr? Für Nolte ist das keine Frage: „Natürlich“, sagt sie,
