Stuttgart - Das heute als rassistisch geltende Wort „Neger“ bleibt in der Jubiläumsausgabe von Michael Endes „Jim Knopf“ erhalten. Zum einen, weil sich Autor Ende (1929–1995) nicht mehr äußern könne; zum anderen, da das Wort „Neger“ nur in einer Szene vorkomme, die dazu diene, den Fotografen Herrn Ärmel als Besserwisser darzustellen, teilte der Stuttgarter Verlag Thienemann-Esslinger mit. Man habe sich deshalb entschieden, den Begriff in der colorierten Ausgabe von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ zum 55. Geburtstag des Buches stehen zu lassen (Thienemann Verlag, Stuttgart, mit Illustrationen von F. J. Tripp, 272 Seiten, 16,99 Euro).
Das Wort „Neger“ wird verwendet, als die Bewohner von Lummerland das fehlgeleitete Postpaket mit dem schwarzen Baby Jim finden und Herr Ärmel sagt: „Das dürfte vermutlich ein kleiner Neger sein.“
Der Autor Otfried Preußler (1923–2013) hatte kurz vor seinem Tod zugestimmt, dass in seinem berühmten Kinderbuch „Die kleine Hexe“ das Wort „Negerlein“ politisch korrekt ersetzt wurde, was dann bundesweite Debatten auslöste.
