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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Tanztage In Oldenburg: Beifallsstürme bis zum Schluss

15.05.2017

Oldenburg Tosender Beifall, Bravo-Rufe, stehende Ovationen – das gab es auch bei fast allen anderen Compagnien der 13. Internationalen Tanztage. It Dansa aus Spanien ist dennoch eine Ausnahme. Denn zum Abschluss zeigte die frenetisch gefeierte Truppe im Kleinen Haus des Staatstheaters all das, wofür es sich unbedingt lohnt, das Oldenburger Festival fortzusetzen: Schwung, Leichtigkeit und großes Können. Vor allem aber einen absolut ansteckenden Humor.

Die 16 Tänzerinnen und Tänzer unter der Leitung von Catherine Allard, einer ehemaligen Tänzerin des Nederlands Dans Theaters, präsentierte einen vierteiligen Abend mit Werken berühmter Choreografen: Rafael Bonachela, Jirí Kylián, Sidi Larbi Cherkaoui und zum Schluss Alexander Ekman, praktisch die Crème de la Crème und das Sahnehäubchen des Festivals.

Mit „Naked Thoughts“ fangen die Tänzerinnen und Tänzer zu dröhnendem Sound noch etwas spröde an: Von Gefühlen ist eher wenig zu sehen. Ganz schön, aber kommt da noch was Besseres? Und es kommt: in Gestalt junger Rokoko-Paare in einer frech-frivolen Hommage an Mozart. Selten haben Tänzer so viel Spaß an Comedy und Persiflage gezeigt, ohne einen einzigen Moment tänzerisch nachzulassen. Dass dabei der Puder aus den Mozart-Perücken in Wolken über die Bühne staubt, ist zweifellos Absicht.

Das dunklere und kürzere Stück „In Memoriam“ von Cherkaoui, Leiter des Royal Ballets of Flandern, beweist, dass sich Choreografen von den unterschiedlichsten Bewegungsformen inspirieren lassen – hier von asiatischen Kampfsportarten. Die kämpferischen Szenen meisterhaft umgesetzt und transformiert von einer Tänzerin und zwei Tänzern.

Und abschließend Ekmans Choreografie „Whim“ (zu Deutsch: Laune oder Marotte) mit Musik von Antonio Vivaldi bis zu Nina Simone. Das komplette Ensemble ist mit weißen Stühlen bewaffnet, auf und mit denen gespielt und getanzt wird. Um dann am Ende jedem Waldorfschüler ein Beispiel zu geben: 16 Tänzerinnen und Tänzer, die ihren jeweiligen Namen in einer einzigen fließenden Bewegung tanzen – spritzig und urkomisch.

Komik hatte zuvor im Großen Haus beim Auftritt der ehemaligen Soltänzer Jirí und Otto Bubenícek und ihrer Compagnie nichts zu suchen. Die Tanzperformance „Orfeus“, mit denen sich die beiden berühmten Zwillingsbrüder 2016 von ihrer professionellen Tänzerkarriere verabschiedeten, lässt wenig Raum für Leichtes.

Gemeinsam mit dem Regie-Duo Skutr, der deutschen Tänzerin Anna Herrmann, einem slowakischen Schauspieler und zwei Musikerinnen haben sie sich die griechische Sage von Orfeus vorgenommen. Er stieg in die Unterwelt hinab, um seine Frau Eurydike zurückzuholen, rührte Hades mit seinem Gesang und scheiterte dennoch.

Die rätselhafte, betont langsame Bearbeitung – sehr frei interpretiert – wird ergänzt von kryptischen deutschen Übertiteln, die zum Verständnis wenig beitragen. Ein Satz wie „Tap, tap, tap, der Albtraum schlägt ans Fenster“ ist trotz des schrägen Bildes zwar verständlich, lässt sich mit dem Geschehen auf der düsteren Bühne aber kaum in Einklang bringen. Baumwurzeln hängen von oben herab, ein Mann mit Kapuze (Csongor Kassai als Hades) lässt Erde aus Büchsen rieseln und gießt Wasser über die Haare von Eurydike. Ohne Programmzettel wäre der Zuschauer verloren.

Aber es wird sehr gut getanzt, wenn auch nicht viel. In wenigen Szenen vermitteln die Brüder Bubenícek eine Ahnung davon, warum sie zu ihren Glanzzeiten gefeiert wurden. Auf stehende Ovationen müssen auch sie in Oldenburg nicht verzichten.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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