Wien - Die Interimsintendantin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, blickt den Herausforderungen an dem hoch verschuldeten Haus ohne Bangen entgegen. „Ich möchte mal tollkühn behaupten: Ich fürchte mich vor gar nichts. Sonst hätte ich das Amt nicht angetreten“, sagte die 60-Jährige jetzt in einem Interview.
„Aber das Haus braucht keine Sparkommissarin, es braucht eine Gestalterin.“ Nach der fristlosen Entlassung von Intendant Matthias Hartmann soll die Kulturmanagerin das größte deutschsprachige Sprechtheater bis August 2016 leiten. Das Burgtheater rechnet für die Spielzeit 2012/2013 mit einem Bilanzverlust von 8,3 Millionen Euro.
Um die finanzielle Lage zu ändern, brauche es Zeit und politische Partner, „die an die Sanierung glauben und uns diese Zeit geben“, sagte Bergmann, die bereits in verschiedenen Funktionen an der „Burg“ tätig war und nun aus dem Ruhestand zurückkehrt. Auf die Frage nach möglichen Kündigungen von Ensemble-Mitgliedern sagte sie: „Das könnte ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht. Weil alle laufenden Verträge stehen.“ Sie habe nun zwei Spielzeiten, „um mit meinen Mitarbeitern alle Sparpotenziale auszuschöpfen“.
Dabei hat Bergmann schon bei sich selbst angefangen und sich für ein geringeres Gehalt als ihr Vorgänger Hartmann entschieden. „In Zeiten, wo alle rechnen und sparen müssen, wollte ich ein Zeichen setzen.“ Hartmann bekam ein Jahresgehalt von mehr als 200 000 Euro.
