Bülterei - „Im Großen und Ganzen sind wir ganz zufrieden durch’s Leben gekommen“, resümiert Heinrich Schwarting mit liebevollem Blick zu seiner Frau Christa. Das Ehepaar aus der Bülterei feiert an diesem Dienstag seine diamantene Hochzeit.

Kennengelernt haben sich Heinrich und Christa 1947 auf einem Ball der Landjugend Stenum. „Wir haben immer gerne getanzt, auch auf Schützenfesten“, sagt Heinrich, der in Thienfelde aufwuchs. Da hätten sie dann immer bis zum Morgengrauen durchgemacht, um dann direkt zum Melken zu fahren. Christa war damals im Vorstand der Landjugend und nahm 1953 für ein halbes Jahr am Landjugendaustausch mit den USA teil. „Da waren wir zwar schon verlobt, aber wir haben’s überstanden“, so die 87-jährige.

Am 22. Juli 1954 wurde geheiratet. „Das war eine große Reiterhochzeit in Ganderkesee, das war unter den Landwirten damals so üblich“, erzählt Heinrich. Anschließend zog er auf den Hof von Christas Familie in der Bülterei, den das Paar 1962 übernahm.

1955 wurde Sohn Karsten geboren, 1960 kam Dierk auf die Welt. „Wir hatten Kühe, Schweine und Hühner“, so Heinrich. Seine große Leidenschaft galt aber den Kühen, „und ich bin immer gerne Melken gefahren, mit unserem Deutz“, fügt Christa an.

1983 wurde die Rinderhaltung aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Der Betrieb wurde stillgelegt, die Familie besitzt heute noch Grünland und kümmert sich um Pensionspferde.

Seit 18 Jahren wohnen Christa und Heinrich nun im Altenteiler, Sohn Dierk wohnt mit seiner Lebensgefährtin Sandra nebenan auf dem Hof. „Wir haben fünf Enkel und eine Urenkelin, und die schauen auch alle oft vorbei“, freut sich Christa.

Bis vor zwei Jahren hat Heinrich noch überall mit angepackt, doch mittlerweile hat er nur noch zehn Prozent Sehkraft. „Auf dem Hof finde ich mich trotzdem noch gut zurecht“, sagt er. „Ich lese ihm viel vor, am liebsten mögen wir Texte von Peter Scholl-Latour“, erzählt Christa.

Sie schätzt an ihrem Mann, dass er immer ruhig bleibt, Heinrich schätzt die Ausgeglichenheit seiner Frau. Sie seien nicht immer einer Meinung gewesen, berichten die beiden rückblickend, „aber richtig Zank und Streit gab es nie“.

An diesem Dienstag wird mit 120 Gästen auf der Diele des alten Hofs gefeiert. „Wir haben all diejenigen eingeladen, die uns durch unser Leben begleitet haben“, sagen die beiden.