Warfleth - Mit Literatur über die mathematisch komplexen Strukturen von Bachs „Goldberg-Variationen“ lassen sich locker ganze Bibliotheken füllen. Zum Glück muss man die nicht gelesen haben, um herauszufinden, dass Bach hier eine großartige Musik geschrieben hat. Genussvolles Zuhören genügt, gerne auch mit geschlossenen Augen.

Gelegenheit dazu bietet das Konzert in der Reihe „Berne bringt...“ an diesem Sonntag, 14. August, in der Warflether Kirche, Deichstraße 120 (die NWZ  berichtete). Beginn ist um 18.30 Uhr.

Der Berliner Akkordeonist Felix Kroll und die Schweizer Klarinettistin Sabina Matthus-Bebié bieten das Werk dar in meisterlicher Strenge einer- und mit überraschend neuen Farben andererseits. Da beide Instrumente ihre Töne mit Hilfe anströmender Luft erzeugen, sich in Klanggebung und Phrasierung also durchaus ähneln, gelingt es ihnen immer wieder, sich inniglich zu vermählen, vermeintlich fast zu einem einzigen Instrument.

Dann aber löst sich die Klarinette aus dem Einssein, schwingt sich auf und davon, modelliert ihre eigene Stimme emanzipiert, je nach Bedarf samten oder strahlend, lässt sich von geschwinden Läufen des Akkordeons umwerben, ergibt sich dem freudigen Spiel, verschmilzt allerliebst.

Wie die Goldberg-Variationen gewinnt auch das zweite Stück des Abends, Piazzollas „Geschichte des Tango“, durch die Neueinrichtung seine buchstäblich unerhörte, unerwartete sangliche Qualitäten und dadurch eine Dimension, die bekannte Hörerlebnisse vertieft und erweitert. Die Karte kostet 25 Euro pro Person. Bestellungen unter t 04406/ 920046 (Reinhard Rakow).