Schortens - „Märsche spielen wir nach wie vor sehr gern, haben wir aber früher viel häufiger im Programm gehabt.“ Gleich nach dem „Jubilee Marsch“, mit dem das Akkordeonorchester Schortens furios sein Jahreskonzert eröffnete, führte Dirigent Hartwig Oldenettel in seiner Moderation auf die wohl interessanteste Neuerung des Orchesters hin: Das Ensemble, das einen Teil des Konzerts in kleinerer Runde bestritt.

„Musik sollte nicht nur zum Zurücklehnen und Genießen da sein, sie sollte auch aufrütteln und neue Ideen vermitteln.“ Und dafür hat sich das Ensemble zusammengetan, quasi als Abteilung für „Schräges, Virtuoses und Schwieriges“, was in der großen Besetzung kaum umzusetzen wäre. Mit Pascal Favres „Hommage a Astor Piazzolla“, einem wunderbaren Tango, zeigten sie auch gleich, was an Akkordeonmusik begeistern kann. Virtuosität verlangte die Rumba „Acquarelli Cubani“, wurde aber auch von den Besuchern begeistert gefeiert.

Und etwas schräg wurde es dann mit „Swisska“, einem traditionellen Volkslied aus der Schweiz, das Oldenettel zunächst in der ursprünglichen Form anspielte und das das Ensemble dann mit karibischen Rhythmen vortrug.

Und im zweiten Teil zeigte wieder das gesamte Orchester mit Musik zum Träumen und auch zum Zurücklehnen wie „The Candy Man“, „Gabriella’s Song“, „When You’re Smiling“ und vielen weiteren Ohrwürmern, was aus dem Akkordeon herauszuholen ist. Auch ein „Peter-Kraus-Medley“ und eine Hommage an „Elton John in Concert“ gab es. Ein großartiger Konzertabend mit Amateurmusikern, die ein derart gutes Niveau erreicht haben, dass sie den begeisterten Applaus in jeder Phase mehr als verdient haben.