Hude - „Ich glaube, ich bin viel nervöser, als die fünf“, grinste Andy Behme. Der Gesangs- und Geigenlehrer von der Kunst- und Musikschule Art Crescendo hatte am Dienstag mindestens genauso viel Lampenfieber, wie seine jungen Schüler. Denn für die fünf angehenden Violinisten Lina Frank (8), Ann-Kathrin Marquardt (9), Just Heitmann (9), Jette Wübbenhorst (9) und Veith Hermann Kügler (11) war es die Premiere auf der „Hude Live“-Bühne.
Bevor der Belgier „The Monotrol Kid“ die Bühne in der Wassermühle betrat, sorgten die fünf Musikschüler für ganz besondere Töne im Klosterviertel. Mit Geige und Bogen bewaffnet, spielten die Schüler deutsche Klassiker wie „Bruder Jakob“, Ungewöhnliches wie „Die chinesische Melodie“, Modernes wie die Titelmelodie von „Fluch der Karibik“ oder – im Fall des elf-jährigen Veith Hermann Kügler, der am Dienstag bereits seinen vierten Auftritt vor Publikum absolvierte – eine ganz eigene Kreation namens „Greensleves“. „Ich hatte großes Lampenfieber“, musste Veith zugeben. „Das gehört aber auch dazu“, fand er.
Bereits seit Anfang Januar hatten sich die fünf Schüler mit ihrem Geigenlehrer Andy Behme auf den Auftritt vorbereitet. „Vorher waren wir ja viel mit Weihnachtsliedern beschäftigt, da mussten wir erst einmal schauen, was wir vorspielen“, berichtete Andy Behme. Für alle fünf Vorspieler habe sich allerdings schnell ein Lied gefunden, das am Dienstagabend von allen sehr gut gemeistert wurde. „Ein glücklicher Lehrer wurde hinterlassen“, grinste Behme, und auch seine jungen Talente sind begeistert: „Das hat wirklich Spaß gemacht.“
Das konnte das Publikum sowohl bei der Vorstellung der Geigenschüler, als auch beim Konzert des Hauptacts von sich sagen. Denn „The Monotrol Kid“ macht sich nicht nur als einfühlsamer Liedermacher einen Namen, auch als Geschichtenerzähler kann der Belgier sein Publikum voll und ganz begeistern.
Auf Englisch sang und erzählte der Songschreiber aus seinem Leben. So habe er sich extra für seinen Auftritt in Hude ein „amerikanisches“ Hemd gekauft, da er in einer Zeitschrift gelesen habe, seine Musik mute mit typischen Klängen aus den USA an. „Das passt perfekt zum Rodeor“, grinste der Musiker und stimmte damit seinen Song „The Horse Ride“ an. „Her song“ hatte der Sänger, der mit bürgerlichem Namen übrigens Erik van den Broeck heißt, kurz nach der Geburt seiner Tochter geschrieben. „Meine Tochter wollte immer, dass ich bei jedem Auftritt erzähle, dass der Song für sie ist“, berichtete van den Broeck, „jetzt ist sie 12 und bettelt mich an, dass ich das nicht mehr jedem erzähle“, pointierte er seine Story und hatte das Huder Publikum auf seiner Seite. Mit seiner Akustikgitarre präsentierte der belgische Musiker Songs seines neuen Albums „My talk my song” als auch Werke aus seinen Alben „The merchant” und „What about the finches”.
In Hude war der humorvolle Musiker schon einmal im vergangenen Jahr zu Gast, damals hatte „The Monotrol Kid” im Bistro Zirkel für einen gemütlichen Konzertabend gesorgt. Heike Lau und Arndt Baeck vom „Hude Live”-Team hatte der Songschreiber damals so sehr überzeugt, dass sie ihn unbedingt auch in die Wassermühle holen wollten. „Der Ort ist wirklich schön, vor allem das Klosterviertel ist toll”, berichtete van den Broeck. „Ich freue mich einfach auf jedes Konzert, das ich spielen darf.” Und die Huder freuen sich auf jedes Konzert, das „The Monotrol Kid“ wieder in Hude gibt.,
