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Dorfgeschichte In Ganderkeseee-Bergedorf Wer spielt mit bei Mittelalter-Tragödie?

Bergedorf - Für Regisseur Markus Weise wird das geplante Theaterstück gleich mehrfach zur Premiere. „Ich habe noch nie bei einem Freilichttheater Regie geführt“, sagte er. Außerdem wechselt der Delmenhorster, der sonst als Clown, Komiker und Moderator für Gelächter sorgt, erstmals ins ernste Fach. Denn das Stück „Brudermord“ ist eine Tragödie mit historischem Hintergrund.

Elf Aufführungen im Sommer 2020

Elf Aufführungen des Stücks „Brudermord“ sind für nächsten Sommer geplant. Premiere ist am Donnerstag, 23. Juli, 20 Uhr.

Ein Vorsprechen ist für Samstag und Sonntag, 2. und 3. November, von 10 bis 15 Uhr vorgesehen. Wer mitspielen möchte, kann sich unter t  04222/82 93 bei Gerd Logemann melden.

Geprobt wird ab April montags, mittwochs und freitags, vom 19. bis 22. Juli dann auch täglich.

Die Idee für ein Theaterstück über die Geschichte seines Hofs hatte Gerd Logemann vor zwei Jahren während einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Nun nimmt das Projekt Gestalt an: Regisseur Markus Weise möchte das Stück um die Ermordung des Grafen Christian durch dessen Bruder Moritz I. und seine Ritter als mittelalterliches Spektakel inszenieren. „Freilichttheater muss immer ein Erlebnis sein“, sagte er. Geplant sei, dass die Besucher schon eine Stunde vor der Aufführung etwas erleben könnten.

40 Darsteller sind nötig

Doch jetzt geht es erst einmal um die Besetzung der Rollen im Stück. Rund 40 Laien-Darsteller sind nötig, um auf die Bühne zu bringen, welche Umstände in der Familie der Oldenburger Grafen im Jahr 1192 zum Mord an Christian in Bergedorf führten. Etwa die Hälfte der nötigen Schauspieler hat Gerd Logemann bereits gefunden. Doch es werden weitere Männer und Frauen jeden Alters sowie auch Kinder gesucht. Es gibt rund 30 Sprechrollen, zudem werden jede Menge Statisten benötigt. So soll auch der Kreuzzug ins Heilige Land, von dem Graf Christian vor seinem Tod zurückkehrte, eine Rolle spielen. Pferde und Kühe könnten nach den Plänen von Gerd Logemann zum Einsatz kommen. In der großen Zahl der Darsteller sieht Markus Weise eine Herausforderung für seine Arbeit als Regisseur. Er müsse die Leute auf der Bühne gut aussehen lassen: „Es geht darum, Bilder fürs Publikum zu erzeugen.“

Proben am Abend

Für Anfang November ist ein Vorsprechen geplant. Zu besetzen sind unter anderem die Mitglieder der Grafenfamilie, die die Hauptrollen spielen. „Wir sind noch auf der Suche nach tollen Leuten, die mitmachen“, sagte Weise. Die Proben sollen ab April des kommenden Jahres laufen. Geplant sei, etwa dreimal in der Woche in den Abendstunden zu proben. Je nach Wetter wird draußen, möglicherweise aber auch im Bergedorfer Krug geübt.

Das Theaterstück selbst wird auf der Engelswiese des Hofs aufgeführt. Eine Bühne und eine Tribüne für die Zuschauer sollen dort aufgebaut werden. Fürs Bühnenbild hat Weise Georgios Kolios vom Oldenburgischen Staatstheater gewonnen. Und fürs Malen der Kulissen holte sich Gerd Logemann eine Zusage von der Ländlichen Erwachsenenbildung in Ganderkesee. Damit das Projekt realisiert werden kann, hatte der Landwirt aus Bergedorf Anfang des Jahres den Verein „Dorf und Kultur“ gegründet. Der Verein sei inzwischen als gemeinnützig anerkannt, sagte Logemann.

Fortsetzung denkbar

Der Initiator und sein Regisseur glauben fest daran, dass ihr Freilichttheater-Projekt zum Erfolg wird. Sie können sich auch eine Fortsetzung vorstellen. Schließlich gehe es im Stück ja erst um die eine Hälfte der Ereignisse, sagte Gerd Logemann. Doch darin ist aus Sicht von Bühnen-Profi Markus Weise alles enthalten, was eine gute Geschichte braucht: „Es geht um Mord, Liebe und Intrigen.“

Antje Rickmeier
Antje Rickmeier Redaktion Ganderkesee
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