Bergedorf - Wer braucht schon das Disneyland in Paris, wenn es die Bergedorfer Faschingsfreunde gibt? Die Aktiven haben unzählige Stunden darauf verwandt, einen Paradewagen mit drehbarem Pavillon und goldenem Schloss zu bauen. Die passenden Comicfiguren gibt es dazu: Als Micky- und Minnie-Mäuse sind die Bergedorfer beim Umzug dabei.
Da die Faschingsfreunde in dieser Session ihren 50. Geburtstag feiern, planen sie etwas Besonderes: „Wir haben uns für ein goldenes Thema entschieden“, sagt Katrin Janzen. Wichtig war den Organisatoren, dass das Motto gut zu den Familien passt, die die Faschingsbegeisterung von Generation zu Generation weitergegeben haben. Die Wahl fiel auf die Welt von Walt Disney, die ebenfalls schon Generationen von Kindern und Erwachsenen begeistert hat. „Bergedorfer Disneyland“ heißt deshalb das Motto.
In den vergangenen zwei Monaten haben viele Helfer abends und am Wochenende daran gearbeitet, einen Festwagen mit einer goldenen Disney-Welt entstehen zu lassen. Zunächst sei geplant gewesen, einen kleineren Hänger zu nehmen, sagt Michael Orf. Damit Pavillon und Schloss Platz finden, ist es dann aber doch ein 10,70 Meter langer Strohanhänger geworden: „Eigentlich planen wir kleiner, aber es wird dann doch immer größer“, meint Orf.
Als Werkstatt können die Faschingsfreunde eine Halle auf dem Hof der Familie Struthoff in Bergedorf nutzen. „Wir sind sehr froh, dass wir hier das fünfte Jahr in Folge bauen dürfen“, sagt Orf. Die Gruppe ist gut organisiert: Während der 34-jährige Tischler und viele andere Helfer an den Aufbauten für den Wagen arbeiten, kümmert sich Katrin Janzen mit ihrem Team um organisatorische Dinge. Dazu gehören die Kostüme für 104 kleine und große Micky- und Minnie-Mäuse: „Die Kostüme haben wir in Eigenregie kreiert und selber gemacht“, sagt die 29-Jährige.
Auch die Kinder helfen mit. In einem Partyraum, den eine Familie zur Verfügung stellt, haben sie Tausende von Papierrosen gedreht. „Alle tragen dazu bei.“ Viele Bergedorfer unterstützen das Faschings-Großprojekt ebenfalls: „Wir kriegen Essen und Getränke“, sagt Michael Orf. Der Zusammenhalt im Dorf sei groß.
Die Faschingsfreunde stecken viel Arbeit in ein Erlebnis, das nur wenige Stunden dauert. An anderen Aktionen wie dem Freimarktumzug in Bremen können sie mit ihrem prunkvollen Wagen mangels Unterstellmöglichkeit nicht teilnehmen. Was in unzähligen Stunden von zahlreichen Helfern aufgebaut worden ist, wird innerhalb kürzester Zeit wieder entfernt: „Wenn wir am Rosenmontag abends zum Feiern gehen, ist der ganze Wagen abgeschmückt“, sagt Michael Orf.
