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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Attraktion fehlen noch 18 Millionen Euro

27.12.2018

Berlin Für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses fehlen ein Jahr vor der Eröffnung noch 18 Millionen Euro Spenden. Der Vorsitzende des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, zeigte sich jetzt zuversichtlich, den Rest der insgesamt 105 Millionen Euro noch aufzubringen. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir das schaffen“, sagte er.

Der Förderverein will deshalb auch nach dem Abbau des Infocenters an der Baustelle weiter vor Ort um Geldgeber werben. Die sogenannte Humboldt-Box, die seit dem Jahr 2011 über das Mammutprojekt informierte, wird Anfang 2019 abgerissen. An der Stelle sollen 100 Meter tiefe Bohrungen beginnen, um Erdwärme für das im Schloss geplante Humboldt Forum zu gewinnen.

Hauptattraktion in der Humboldt-Box, einer futuristisch anmutenden Betonschachtel, war das historische Stadtmodell, das auf mehr als 30 Quadratmetern Fläche das frühere Berlin in der Zeit um 1900 zeigte. „Diesen Publikumsmagneten wollen wir nicht verlieren. Wir werden ihn verkleinert spätestens von Ende Januar an in einem nahe gelegenen Ladenlokal zeigen“, kündigte Boddien an.

Die neuen Ausstellungsräume liegen an der Straße Werderscher Markt direkt links neben der Friedrichswerderschen Kirche. Zudem soll es im Bauzaun am Lustgarten einen Baucontainer geben, in dem Besucher erste Informationen bekommen. „Wir werden ein halbes oder dreiviertel Jahr mit dieser Lösung arbeiten. Aber wir sind optimistisch, dass es auch danach bis Ende 2020 weitergeht“, so Boddien.

Der Förderverein hat 105 Millionen Euro an Spenden zugesagt, um die historischen Fassaden der einstigen Hohenzollernresidenz rekonstruieren zu können. Den Löwenanteil der Baukosten von fast 600 Millionen Euro zahlt der Bund.

Unter dem Namen Humboldt Forum soll im Schloss von Ende 2019 an ein Kultur- und Museumszentrum öffnen.

In einem Aufsatz warf der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer vor Jahren den Planern des Humboldt Forums „Geschichtsvergessenheit“ und eine „Unkenntnis der kolonialen Traditionen“ vor. Die im Humboldt Forum avisierte Dauerausstellung der Berliner völkerkundlichen Sammlungen entfalte, so Zimmerer, durch die „Blickrichtung von Europa in die Welt“ eine „eurozentristische Selbstgewissheit“, die es „aus kolonialismuskritischer Perspektive zu überwinden“ gelte.

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