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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Architektur: Baumeister und Visionär: Norman Foster wird 85

30.05.2020

Berlin Die gläserne Kuppel ragt wie eine Skulptur in den Himmel über Berlin. Darin bewegen sich Menschen auf spiralförmigen Rampen. In der Mitte ragt ein verspiegelter Kegel nach unten, der Tageslicht ins Innere des Gebäudes bringt. Die Besucher der Kuppel können nicht nur weit über die Stadt blicken, sondern auch nach unten, ins Herz der Berliner Republik: in den Plenarsaal des Deutschen Bundestags. Die transparente Reichstagskuppel ist das wohl bekannteste Werk von Norman Foster in Deutschland. Der Brite, von der Queen geadelt zu Baron Foster of Thames Bank, ist ein Architekt der Superlative. Am Montag wird er 85 Jahre alt.

Er schuf mit der Kuppel ein Ausrufezeichen in der deutschen Hauptstadt, das weltweit einzigartig ist. „Die Besucher können den Abgeordneten im Saal quasi auf die Finger schauen“, so empfindet es der SPD-Politiker Wolfgang Thierse, der als Präsident des Deutschen Bundestags im Jahr 1999 den zum neuen Parlamentssitz umgebauten Reichstag in Berlin eröffnete. „Mit dieser Kuppel ist das Reichstagsgebäude nicht nur zur Touristenattraktion geworden, sondern ein sichtbares Symbol für die parlamentarische Demokratie in Deutschland“, sagte er.

Norman Foster, 1935 als Arbeiterkind im nordenglischen Reddish geboren, hat weltweit mit seinen Bauten Markenzeichen hinterlassen: schlanke gläserne Turmbauten wie die knapp 180 Meter hohe HSBC-Bank in Hongkong von 1985, den als „Gherkin“ – Gurke – bezeichneten Turm für die Swiss Re in London oder das 341 Meter hohe Comcast Technologie-Zentrum in Philadelphia.

Zu den Ikonen seiner Architektur gehören die längste Stahlbrücke der Welt, der Viadukt von Millau in Südfrankreich, ebenso wie die Millennium-Brücke und die Überdachung des großen Innenhofs des British Museums. Der Hauptsitz seines Londoner Büros mit der Adresse River-side One ist Legende. Für seine Bauten erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter den Pritzker Prize für Architektur.

Sein Studium verdiente Foster sich in Manchester mit Hilfsjobs. Ein Stipendium führte ihn schließlich an die Yale University in den USA. Zu seinen Vorbildern gehören der US-amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright und der Utopist Buckminster Fuller. In den USA traf er seinen späteren Partner Richard Rogers, mit dem er 1963 sein erstes Büro „Team 4“ eröffnete. 1967 trennten sie sich, Foster begründete seine eigene Firma.

Aus der Zeit mit Rogers, der das Centre Pompidou in Paris mitentworfen hat, hält sich das Label des Hightech-Architekten Foster. Dabei stehen seine Bauten nicht nur für Technikbegeisterung, wie Christoph Freigang betont, Architekturhistoriker an der Freien Universität Berlin: „Bei Foster tritt das Spektakuläre seines Entwurfs zurück hinter ganz viele subtile Aspekte wie das Zusammenwirken von Ökologie, technischer Intelligenz und formaler Durchgestaltung.“

Seit seiner Kindheit ist Lord Foster of Thames Bank ein Flugzeugfan, diente in der Royal Air Force und ist qualifiziert, seinen eigenen privaten Hubschrauber und Jet zu fliegen. Er hält die Boeing 747 für das beste Bauwerk der Welt. „Es ist die Größe, der Maßstab. Es ist heroisch. Reine Skulptur“, schwärmte er. „Sie muss nicht wirklich fliegen: Sie könnte im Museum stehen.“

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