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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Auszeichnung: Titel soll Bürger zu Toleranz verpflichten

29.10.2020

Berlin Chemnitz soll für Deutschland im Jahr 2025 als Europäische Kulturhauptstadt Solidarität und Kooperation verkörpern. Die sächsische Stadt setzte sich am Mittwoch in Berlin gegen die auf der Shortlist noch vertretenen Städte Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durch.

Die Jury-Vorsitzende Sylvia Amann forderte Chemnitz und auch die unterlegenen Bewerber auf, Kunst und Kultur in den Mittelpunkt zu stellen und als Teil der Lösung der aktuellen Probleme zu verstehen. „Europa braucht jetzt mehr denn je ein Klima der Offenheit und der Solidarität“, sagte Amann. Kunst, Kultur und das Engagement auf städtischer Ebene könnten dies leisten. Die Empfehlung der Jury muss von Bund und Ländern noch in eine formelle Ernennung umgewandelt werden.

Die zweite Europäische Kulturhauptstadt 2025 stellt Slowenien, die Entscheidung soll im Dezember verkündet werden. In diesem Jahr können sich Rijeka in Kroatien und Galway in Irland mit dem Titel schmücken. Jüngste Europäische Kulturhauptstadt aus Deutschland war Essen mit dem Ruhrgebiet (2010). Ausgezeichnet wurden davor auch schon Weimar (1999) und West-Berlin (1988).

Während es in den unter- legenen Städten lange Gesichter gab, zeigte sich die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig begeistert. „Es wird der Stadt so gut tun“, sagte die SPD-Politikerin. Chemnitz war vor zwei Jahren tagelang bundesweit in den Blickpunkt geraten. Nachdem am Rande eines Stadtfests ein Mann von einem Asylbewerber erstochen worden war, folgten Übergriffe und Demonstrationen, die auch von Rechtsextremen instrumentalisiert wurden. „Die Ereignisse haben die Stadt in einer Art und Weise an ihre Grenzen gebracht, die uns zum Teil sehr wehgetan haben“, sagte die scheidende Stadtchefin. Das habe eine neue Bewegung ausgelöst. „Wir wollen zeigen, dass wir so viel mehr sind als die Bilder, die 2018 um die Welt gegangen sind.“

Aus Sicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) haben die Bewerberstädte gezeigt, „wie vielfältig, bunt und belebend unsere Kulturlandschaft in ganz Deutschland ist“. Chemnitz habe die Jury „mit einem dezidiert politischen Konzept überzeugt und dabei gezeigt: kulturelle Vielfalt ist stärker als populistische Einfalt“.

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