BERLIN - Der Gesellschafterstreit beim Suhrkamp Verlag ist erneut ausgebrochen. Der Hamburger Medienunternehmer Hans Barlach, der mit seiner Medienholding AG Winterthur 39 Prozent der Anteile hält, hat einem „Focus“-Bericht zufolge die Geschäftsleitung um Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz verklagt. Er werfe der dreiköpfigen Suhrkamp-Spitze vor, Gelder veruntreut zu haben, hieß es.

Der Suhrkamp Verlag bestätigte die Klage. Das Landgericht Berlin habe Barlach jedoch schon am 16. August mit einer Einstweiligen Verfügung untersagt, der Geschäftsführerin Unseld-Berkéwicz die Veruntreuung von Verlagsmitteln zu unterstellen. Neben Barlachs 39 Prozent hält die Suhrkamp-Verlegerin über eine Familienstiftung die restlichen 61 Prozent am Unternehmen. Zwischen beiden Gesellschaftern gibt es seit langem Streit. Hintergrund sind Barlachs Pläne, Mitsprache im Unternehmen zu gewinnen. Der Medienunternehmer, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach (1870–1938), hatte der Suhrkamp-Verlegerin schon vor Jahren Unfähigkeit sowie die Vermischung von Privatem und Geschäftlichem vorgeworfen. Ein Strafverfahren wegen übler Nachrede wurde 2008 eingestellt.

In der Vergangenheit hatte es bei Suhrkamp mehrfach Streit gegeben, unter anderem auch über den Umzug von Frankfurt/Main nach Berlin.