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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Corona-Krise: Studie: Im Büro mehr Aerosol-Belastung als im Kino

25.07.2020

Berlin Die Konzentration der für die Übertragung von Corona-Viren infrage kommenden Aerosole ist laut einer Untersuchung in bestimmten Kinosälen meist niedriger als in einem zum Vergleich heran-gezogenen Büroraum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Hermann-Rietschel-Instituts der TU Berlin für den Hauptverband Deutscher Filmtheater.

Testkinos in Berlin

Untersucht wurden zwei Säle des Kinos Alhambra in Berlin-Wedding, in denen maximal 342 und 148 Plätze genutzt werden können. Mit Mindestabstand durch die Corona-Maßnahmen liegen die Zahlen bei 85 und 35 Per-sonen. Das verglichene Büro hat 16 Plätze, von denen acht mit Abstand genutzt werden können.

Wichtige Kriterien für die Menge der Aerosole sind die Länge des Aufenthalts, die Frage, ob gesprochen wird oder nur geatmet sowie die Art der Raumlüftung. Berechnet wurden Werte für beide Kinos mit Szenarien von 45 bis 180 Minuten jeweils mit Sprechen oder nur Atmen.

Wird im Kino nur geatmet, liegt die Zahl der Aerosole bei einem Infizierten im Saal selbst bei einem Film mit Überlänge deutlich unter der in dem Büro, in dem gesprochen wird. Wird im Kino gesprochen und sind mehr Infizierte unter den Besuchern (kleiner Saal 15, größerer 34) liegen die Werte jeweils nahe oder über denen im Büro.

Die Kino-Werte hängen laut Untersuchung auch mit der in den Kinos anzutreffenden Quelllüftung zusammen, bei den untersuchten Sälen lag der Frischluftanteil nach den Angaben bei 100 Prozent. Sie führt dazu, dass die verbrauchte Luft durch die Kinobesucher erwärmt wird und sich unter der Decke sammelt. „Die Luft im Atembereich der Personen ist daher sauberer als die Luft bei gleichem Luftwechsel in einem Raum mit Mischlüftung“, heißt es.

Verband in großer Not

Der Kino-Verband fordert nun, die der Untersuchung zugrundeliegende Abstandsregelung von 1,5 Metern bundesweit zu reduzieren. Kinos könnten derzeit nur maximal 20 Prozent ihrer Kapazitäten auslasten, was sich negativ auf die Starttermine neuer Filme auswirke. Aber nur mit höherer Ausnutzung und neuen Filmen seien die Kinos in der Lage, die Krise zu überleben.

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