BERLIN - Er hat natürlich vorher ins Programmheft geschaut, im Berlinale-Wettbewerb läuft ein Drei-Stunden-Film aus China. „Das dürfte also voll werden bei uns“, sagt Rolf Eckard, er grinst listig.
Das Internationale Filmfest Emden-Norderney nutzt die Berlinale als Werbeplattform: Zum zweiten Mal haben die Ostfriesen gemeinsam mit ihrem Partnerfestival aus Norwegen, dem Filmfestival Haugesund, zum Berlinale-Empfang eingeladen. Gefeiert wird im dritten Stock des Scandic-Hotels am Potsdamer Platz, nur wenige Schritte vom Berlinale-Palast entfernt, wo gleich der Chinese beginnt. Und tatsächlich, es wird voll.
„Das ist wichtig für unser Image, auf der Berlinale präsent zu sein“, erklärt Eckard, Emdens Filmfestchef. „Und natürlich kommt es hier zu konkreten Verabredungen.“
Da versichern sich die Bürgermeister Bernd Bornemann (Emden) und Petter Steen (Haugesund) die gegenseitige Treue. Da lobt die Münchner Regisseurin Pia Strietmann, die 2011 in Emden einen Preis gewann, die „Warmherzigkeit“ des Festivals: „Sehr gern würde ich wiederkommen.“ Und da nutzt Filmemacherin Sarah Blaßkiewitz die Chance, Emdens Kurzfilmchef Edzard Wagenaar ihren Kurzfilm „Auf dem Weg nach oben“ in die Hand zu drücken. Oh, neben Wagenaar steht ja Philip Ilson, der Direktor des London Short Film Festivals, auch er bekommt schnell eine DVD.
Es geht auf 19.30 Uhr zu, wer sich beeilt, könnte es jetzt noch zu dem Chinesen schaffen. Aber fast alle bleiben und versichern: Wir sind dabei, vom 6. bis 13. Juni in Emden.
