BERLIN - BERLIN - Der Mann für gewisse Stunden setzt sich an einen schwarzen Flügel, die Diva macht es sich oben auf dem Deckel bequem.

Langsam lehnt sich Sharon Stone vor und haucht Richard Gere einen Kuss auf die Wange. Die Szene erinnert stark an den Film „Pretty Woman“, aber das ist natürlich Absicht. Für den guten Zweck ziehen Gere und Stone alle Register – Hauptsache, die Spenden fließen.

Zu der Unicef-Benefizgala „Cinema for Peace“ waren am späten Montagabend in Berlin Prominente wie Catherine Deneuve, Bob Geldof, Christopher Lee, Diane Kruger, Moritz Bleibtreu, Marianne Faithful, Antonio Banderas, Martina Gedeck und Julia Jentsch gekommen. Die Band Tokio Hotel löste ein ohrenbetäubendes Kreischkonzert auf dem roten Teppich aus. Die Fotografen holten sich auf dem glamourösen Höhepunkt am Rande der Berlinale so manchen blauen Fleck. Doch die unangefochtenen Stars des Abends waren Gere und Stone.

Stone, die noch am Vormittag ihre Interviews auf der Berlinale abgesagt hatte, zeigte sich im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Hochform. Geschickt zog sie den rund 600 Gästen der Benefizauktion, deren Erlös den Kindern in der sudanesischen Krisenregion Darfur und tibetischen Flüchtlingen zu Gute kommen soll, das Geld aus der Tasche.

Sie lockte, bettelte, erhob den Zeigefinger und sparte auch kleine Tanzeinlagen nicht aus. Schließlich streifte sie sogar ihre High-Heels auf der Bühne ab und gab einem Bieter Küsschen auf die Wange. Versteigert wurden unter anderem ein Treffen mit den Fußballern Miroslav Klose und Michael Ballack sowie eine 4,5 Liter Flasche Whiskey – signiert von Michael Douglas, Karl Lagerfeld und Michail Gorbatschow.

Richard Gere sprach in einer bewegenden Rede vom Schicksal tibetischer Flüchtlinge, die auf ihren Weg nach Nepal oder Indien von chinesischen Grenzpolizisten erschossen werden. Er rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich für Verhandlungen zwischen China und dem Dalai Lama über die Zukunft von Tibet stark zu machen.

Infos: www.berlinale.de

www.cinemaforpeace.com