BERLIN - Die 18. Europäischen Filmpreise wurden am Wochenende in Berlin vergeben. Sean Connery bekam einen Preis für sein Lebenswerk.

Von Elke Vogel

BERLIN - Langsam gewöhnt sich Julia Jentsch an den großen Auftritt. Als beste europäische Schauspielerin nahm der 27-jährige „Sophie Scholl“-Star jetzt in Berlin den Europäischen Filmpreis entgegen. Nach dem Silbernen Bären bei der Berlinale und dem Deutschen Filmpreis ist das bereits die dritte große Auszeichnung für Jentschs beeindruckende Darstellung der Widerstandskämpferin der „Weißen Rose“ im Dritten Reich. Auch der Europäische Publikumspreis für die beste Schauspielerin ging an Jentsch. „Sophie Scholl“-Regisseur Marc Rothemund bekam ebenfalls einen Publikumspreis.

„Ich empfinde die Auszeichnung als große Anerkennung“, sagt Jentsch ernst – und plötzlich ist das leichte Zittern in ihrer Stimme verschwunden. „Aber es geht vor allem um die Geschichte von Sophie Scholl und darum, dass sich so viele Menschen wie möglich den Film ansehen, darüber nachdenken und mithelfen, dass so etwas nie mehr passieren kann. Dann ist es großartig!“

Großer Sieger des Abends wurde mit gleich fünf Auszeichnungen der Psychothriller „Caché“ (Versteckt) des österreichischen Regisseurs Michael Haneke. Das Drama mit Juliette Binoche und Daniel Auteuil in den Hauptrollen wurde als bester europäischer Film ausgezeichnet. Der französische Schauspieler Auteuil wurde für seine Rolle als bester europäischer Schauspieler geehrt. Haneke siegte auch in der Kategorie „Beste Europäische Regie“, daneben gab es den Kritikerpreis Prix Fipresci sowie eine Auszeichnung für den besten Schnitt. „Ich komme mir ein bisschen vor wie an Weihnachten“, freute sich der sonst eher wortkarge Haneke, als er die Trophäe in Gestalt einer Frau mit Europa-Sternen auf dem Kleid entgegennahm.

Der Ehrengast des Abends erschien echt schottisch im lila-grün-karierten Smoking: Der frühere „James Bond“- Darsteller und gebürtige Schotte Sir Sean Connery wurde für sein Lebenswerk geehrt. Für ihn als „europäischen Patrioten“ sei dies eine seiner größten Auszeichnungen, sagte der 75-Jährige.

Die Gala wurde von Heino Ferch („Die Luftbrücke“) professionell moderiert. Rund 1200 Gäste kamen zu dem Branchentreffen.

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