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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vom Touristenmagnet zum Gedenkort

11.08.2018

Berlin Am Checkpoint Charlie in Berlin standen sich nach dem Mauerbau 1961 Panzer gegenüber, er war ein weltweit bekanntes Symbol der deutschen Teilung. Heute können Besucher die Bedeutung des einstigen Grenzkon­trollpunkts an der Friedrichstraße aber kaum nachvollziehen. 57 Jahre nach dem Bau der Mauer und 28 Jahre nach ihrem Fall ist der Ort ein Touristenmagnet.

Vor einer nachgebauten Kontrollbaracke der US-Army posieren falsche Soldaten mit US-Fahne, kassieren drei Euro für ein Foto. Ein Schild warnt wie früher: „Sie verlassen jetzt den amerikanischen Sektor.“ Eine Kopie. Das Original befindet sich im privaten Mauer-Museum wenige Meter entfernt, dessen Souvenirshop von Mauerrest bis Plastik-Trabi-Modell keine Wünsche offen lässt.

„Dem Ort fehlt seit 28 Jahren ein klares Gestaltungskonzept“, beklagt der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier. Andere sprechen von einer Art „Disneyland“, 200 Meter vom Mahnmal für das erschossene Maueropfer Peter Fechter entfernt. Unzufrieden mit dem Ist-Zustand ist auch der Berliner Senat.

Womöglich ist jetzt Besserung in Sicht. Denn die Politik und ein privater Investor, der auf dem Areal bauen will, haben sich auf Eckpunkte für die Gestaltung verständigt. Demnach soll das Ausmaß der Grenzübergangsstelle auch in Zukunft deutlich werden, ein „urbaner Platz mit Freiflächen“ entstehen.

Zudem soll in einem der neuen Gebäude auf 3000 Quadratmetern ein Museum als „Bildungs- und Erinnerungsort“ eingerichtet werden. Die Stiftung Berliner Mauer entwickelt ein Konzept für das Museum. Wann es gebaut und eröffnet wird, ist noch offen.

Außer der Mauergedenkstätte Bernauer Straße gehört die East Side Gallery zu den Erinnerungsorten, auch der Mauerabschnitt am Martin- Gropius-Bau – und eben der Checkpoint Charlie. Das dort geplante Museum zur Geschichte des Kalten Krieges ist das letzte noch offene Projekt des Berliner Konzepts zum Mauergedenken.

„Wichtig ist, dass mit dem Museum am historisch bedeutenden Ort Geschichte sichtbar und auch vermittelt wird“, unterstreicht Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Auch aus Sicht der Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anna Kaminsky, müssen Erinnerungsorte mehr sein als reine Touristenmagnete.

Historiker Klausmeier stellt sich den Checkpoint künftig als „Vernetzungsort“ vor. Von dort aus könne auf weitere Orte der Teilungsgeschichte verwiesen werden. Schließlich sei Berlin „das größte zeithistorische Freilichtmuseum der Welt“.

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