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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Corona-Krise: Zweitem Schock folgt die Ideensuche

30.10.2020

Berlin /Im Nordwesten Die von Bund und Ländern beschlossene neuerliche Schließung von Theatern, Konzert- und Opernhäusern stößt bei einigen Künstlern, Musikern und Kulturverbänden auf vehementen Protest. Der Bundesverband Schauspiel warnte am Donnerstag in Berlin vor einem „kulturellen Kahlschlag ohne Beispiel“.

Theater und Konzerte

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) äußerte Unverständnis über die Maßnahme und forderte einen „umfassenden Rettungsschirm“. Ähnlich reagierten die Museen: Eine erneute Schließung müsse „zwingend kompensiert werden“.

Der Bundesverband Schauspiel protestierte in einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder „aufs Schärfste“ gegen die verkündete Schließung von Kultureinrichtungen. Man habe die bisherigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie mitgetragen und vorbildlich umgesetzt.

Ein „ausverkauftes Haus” bedeute nun in der Regel um die 100 Zuschauer und die Theater gehörten inzwischen zu den wenigen Orten, an denen es keine nachgewiesenen Ansteckungen gebe. Dass die Theater im Zeichen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen nun dennoch schließen müssten, sei weder sinn- noch maßvoll.

„Gerade kleinere und nicht öffentlich geförderte Häuser werden diesen erneuten und vollkommen unnötigen Schlag vor den Bug nicht überleben“, heißt es in dem unter anderem von der Schauspielerin Leslie Malton unterzeichneten Schreiben. Mit ihnen würden viele Schauspielerinnen und Schauspieler ihren Beruf aufgeben müssen.

„Der zweite Lockdown trifft die Orchester, Musikerinnen und Musiker zu einer Zeit, in der sonst Hochbetrieb herrscht. Wieder brechen die Eigeneinnahmen komplett weg, und das Publikum bleibt aus“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens, in Berlin.

Vor allem soloselbstständige Künstler sowie die privaten Veranstalter stünden jetzt vor dem Aus. Auch sie müssten wie die staatlichen Orchester und Bühnen von Bund und Ländern wirksam unterstützt werden. Die ausgefeilten Hygienekonzepte hätten in den vergangenen Monaten hervorragend funktioniert, erklärte auch Mertens. Es sei kein einziger Infektionsfall im Publikum bekannt geworden.

Museen

Die Museen werden zwar im Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie nicht erwähnt. Es sei allerdings absehbar, dass sie auch von Schließungen betroffen seien, erklärte der Deutsche Museumsbund am Donnerstag in Berlin.

Dies würde einen gravierenden Einschnitt bedeuten und träfe nicht nur die Einrichtungen selbst, sondern viele freiberuflich Tätige und Firmen, die im Auftrag der Museen arbeiten.

Der Verband verwies ebenfalls auf eine erfolgreiche Umsetzung der Abstands- und Hygieneregeln und weitere Schutzmaßnahmen. Museen seien wichtige Erlebnis- und Bildungsorte, die für eine positive gesellschaftliche Entwicklung unverzichtbar seien, betonte der Museumsbund.

Kinos

Für den Filmtheater-Unternehmer Hans-Joachim Flebbe ist der Teil-Lockdown der nächste Tiefschlag. Der Branche gehe der Atem aus. Die erneute Schließung treffe die Betreiber hart, gerade erst hätten Filmverleiher wieder attraktive Filme angekündigt. Diese Perspektive habe sich zerschlagen.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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