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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schlamperei bei Klimaanlage

27.06.2019

Berlin Zu wenig Leute, Schlamperei, Sprachverwirrung. Die Einschätzung Beteiligter zur verpatzten Eröffnung des Humboldt Forums lässt sich auf diese drei Begriffe reduzieren. Der zwar zartgelbe, aber massiv-präsente Bau in der Berliner Mitte sollte eigentlich von November an in mehreren Schritten als Kultur- und Ausstellungszentrum eröffnet werden. Nun kann es frühestens im September 2020 losgehen.

Schon die geplante Häppchenmethode rief stets Skeptiker auf den Plan. Warum keine Eröffnung aus einem Guss? Daran sind auch die namensgebenden Brüder Humboldt nicht ganz schuldlos. Der Geburtstag des Forschers Alexander von Humboldt jährt sich am 14. September zum 250. Mal.

Ein solches Datum wollten sich die Befürworter der bis heute umstrittenen Rekonstruktion nicht entgehen lassen. Zunächst stand der Geburtstag selbst im Fokus für eine Eröffnung, zuletzt zumindest noch das Jubiläumsjahr – und sei es in einem noch weitgehend leeren Haus.

Mangelnde Aufsicht

Zudem wollen die verschiedenen Player des Hauses jeweils ihren großen Auftritt haben, was eine Eröffnung in drei Etappen bis Sommer 2021 ermöglicht. Mit Absage und Verschiebung steigen die bisher mit rund 600 Millionen Euro berechneten Kosten noch einmal um vermutlich mindestens 20 Millionen Euro. Generalintendant Hartmut Dorgerloh wollte die Summe am Mittwoch noch nicht bestätigen.

Rund 800 Handwerker sollten derzeit dem deutlich modernisierten Schlossentwurf von Stararchitekt Franco Stella den letzten Schliff verpassen. Wie viele Arbeiter sich tatsächlich im noch unfertigen Humboldt Forum tummeln, ist unklar. Die Angaben schwanken zwischen rund 380 und 500.

In der Endphase des Baus wurden zudem zwei wichtige Planer abgezogen, um das neue Besucherzentrum für den Bundestag zu realisieren. In der Folge verlief nach Auskunft Beteiligter „die Projektüberwachung grottig“, sie sei „ihr Geld nicht wert“. Eine der Folgen sei Schlamperei. So wurde in die gigantische Klimaanlage falsches Kühlmittel gefüllt. Das wird auf die mangelnde Bauaufsicht zurückgeführt. Das passiere, wenn die Projektüberwachung nicht stimme. Solche Steine lösten dann den Domino-Effekt Richtung Verschiebung aus.

Für Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ist das Humboldt Forum eines der wichtigsten kulturpolitischen Projekte, dem sie nach eigenem Bekunden in ihrer bisherigen Amtszeit so viel Aufmerksamkeit und Energie gewidmet hat wie keinem anderen Projekt.

Ehrgeizige Ambitionen

Nun will sie Druck machen beim für die Konstruktion noch zuständigen Bauminister Horst Seehofer (CSU). Im ausführenden Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung soll mehr Personal zur Verfügung gestellt werden.

Grütters kann wohl mit Unterstützung von Angela Merkel rechnen. Die Kanzlerin empfing nicht nur im vergangenen Jahr Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zwischen den Gerüsten des unfertigen Schlossbaus. Der 40 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassende Koloss soll auch Schauplatz sein, wenn im zweiten Halbjahr 2020 während der deutschen Ratspräsidentschaft die EU-Spitzen nach Berlin kommen.

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