BERLIN/KARLSRUHE - Donalds Dauerverlobte hat nicht nur Fans. Zu ihrem runden Geburtstag widmet ihr der Ehapa-Verlag eine neue Comic-Geschichte.

Von Martin Oversohl

BERLIN/KARLSRUHE - Den Comic-Fans stellte sich die berühmteste Entendame der Welt buchstäblich schlagartig vor: Mit brachialer Gewalt und Ohrfeigen, aber auch mit Leidenschaft zeigte Daisy Duck ihrem Erpel Donald vor 70 Jahren, wo es lang geht.

Damals noch als kokette Señorita „Donna Duck“ betrat sie am 9. Januar 1937 im Zeichentrickfilm „Don Donald“ die Leinwand, zerschlug seine Gitarre, schubste ihn in einen Teich und tanzte furios auf seinem Konterfei. Drei Jahre später präsentierten sie die Comic-Altmeister Al Taliaferro und Bob Karp erneut und leicht verändert in dem Trickfilm „Mr. Duck steps out“. Daisy zog in die Entenhausener Nachbarschaft, später wurde sie sogar die anspruchsvolle Dauerverlobte des glücklosen Donald.

Carl Barks verpasste ihr in den Jahren darauf das klischeebesetzte Image des typischen „american girlfriend“, mit Haarschleife und Röckchen, becircend, auf gutes Aussehen und noch besseren Ruf bedacht, aber auch zickig und besitzergreifend. Sie gilt übrigens trotz der Verlobung als Cousine Donalds.

Nicht bei allen Comicfreunden findet Daisy Anhänger: Als „alte Zicke“ und „eiskaltes Biest“ ohne „moralische Bedenken“ und mit „eiskaltem Spiel“ wird sie im Internet eingeordnet.

Zwar hat Daisys Zuneigung zu Donald auch nach sieben Jahrzehnten noch Bestand trotz des Ärgers um vergessene Geburtstage, des Kleinkriegs und der Eifersucht – und ohne Aussicht auf ein Ende oder eine Heirat. Doch pflegt die einzige wahre Schönheit von Entenhausen auch ein stetes Techtelmechtel mit dem arroganten Gustav Gans. Als Meisterin des Wimpernklimperns kann sie aber mit einem schmachtenden Blick und ein paar ins Ohr geflüsterten Nichtigkeiten nicht nur Gustav und Donald zum Schmelzen bringen, bevor sie mit ihrer Handtasche um sich schlägt.

Zu ihrem runden Geburtstag widmet der Berliner ehapa-Verlag Daisy Duck nicht nur eine neue Comicgeschichte, sondern auch Poster, Rätsel und ein Lexikon.

Infos unter: www.ehapa.de www.donald.org