BERLIN - Frauenemanzipation, Arbeitswelt und Migration gehören zu den Themen der Regisseurin Helma Sanders-Brahms, die mit Filmen wie „Deutschland, bleiche Mutter“ (mit Eva Mattes) sowie „Unter dem Pflaster ist der Strand“ berühmt wurde. Am heutigen Sonnabend feiert die in Berlin lebende Filmemacherin ihren 70. Geburtstag.

Die Pasolini-Schülerin trat vor allem in den 70er Jahren mit ihren sozialkritischen Werken als wichtige Akteurin der Filmgeneration der rebellischen 68er-Studentenbewegung hervor. Kritiker ihrer Filme bescheinigten ihr allerdings auch allzu starke „Wehleidigkeit“ und eine mangelnde dramatische Erzählkunst.

So ähnlich geprägt war auch wieder die Ablehnung ihres letzten Kinofilms „Geliebte Clara“ mit Martina Gedeck. Es ist die berühmte Dreiecksgeschichte zwischen dem Komponisten Robert Schumann, Clara Schumann und Johannes Brahms, mit dem die am 20. November 1940 in Emden geborene Regisseurin verwandt ist. Sie legte sich den Doppelnamen Sanders-Brahms zu, auch um nicht immer mit der Regiekollegin Helke Sander verwechselt zu werden.

„Geliebte Clara“ wurde auch wieder ein Film über eine Frau, die sich als Künstlerin verwirklichen und doch auch „als Frau im herkömmlichen Sinne“ (Sanders-Brahms) leben will. „Sie versucht, alles zu sein.“ Aufsehen erregte ihr Film „Shirins Hochzeit“ (1976) über eine Zwangsheirat.