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Kino Rückkehr des knattrigen Comic-Helden

Matthias Von Viereck

BERLIN - Acht Jahre lang mussten „Werner“-Fans darben. Nach „Werner – Gekotzt wird später!“ von 2003 heißt es nun wieder: „volles Rohr“ und „beinhart wie ein Rocker“. „Werner – Eiskalt“ ist die fünfte Kinoadaption der legendären, vor 30 Jahren erstmals im Kieler Semmel Verlag veröffentlichten Comic-Story. Erfinder Rötger Feldmann, alias Brösel, ist nicht nur vor der Kamera zu sehen. Der 61-Jährige ist auch verantwortlich für das Drehbuch und die Regie der animierten Sequenzen. Die Realfilm-Elemente stammen derweil von Regisseur und Kameramann Gernot Roll („Männersache“).

Motorrad gegen Porsche

Im aktuellen Werk geht es vor allem um die lebenslange Rivalität zwischen Werner und Holgi. In einer wunderbaren Anfangssequenz dürfen wir miterleben, wie sich die beiden schon im Kinderwagen ein veritables Rennen lieferten. Duelle auf dem Fahrrad und mit der Seifenkiste folgen. Schließlich kulminiert alles im Flugplatz-Duell – Werner mit seinem knattrigen, viermotorigen Motorrad gegen Holgis Porsche.

Parallel erzählt der Film auch von Brösel, Werners Zeichner, für dessen Werk sich im Film zunächst niemand mehr zu begeistern scheint. Brösels Verleger konfrontiert ihn mit der bitteren Wahrheit: Die Kids von heute interessieren sich nur noch für japanische Mangas. Brösel ist niedergeschlagen und flüchtet nach Korsika.

Wie schon der allererste „Werner“-Film von 1990 („Werner – Beinhart!“), changiert auch „Werner – Eiskalt“ virtuos zwischen animierten Sequenzen und gefilmter Live-Action. Zuweilen geht das so flüssig vonstatten, dass man als Zuschauer die Wechsel und Übergänge kaum bemerkt. Ein wenig verwirrend indes sind die Zeitsprünge und die nicht durchweg lineare Erzählung. Für all die „Werner“-Fans unter den Kinogängern sollte das jedoch kaum ein Problem darstellen.

Vier Haare

Anhänger der Kultfigur dürfen sich zudem freuen über die Rückkehr nicht nur des Klempnerlehrlings mit den vier Haaren und zwei Zähnen. Auch Figuren wie „Meister Röhrich“, „Eckat“ und die stets dusseligen Polizisten sind wieder mit von der Partie. Große Freude bereitet auch diesmal die längst zum Markenzeichen gewordene, herrlich norddeutsche Sprachmelodie der agierenden Figuren. Mag der Humor auch an der ein oder anderen Stelle einen Tick zu albern ausfallen – der innovative Umgang mit der deutschen Sprache trägt den ganzen Film hindurch.

Dass „Werner – Eiskalt“ gerade nicht in 3D daherkommt, ist auch als Hommage zu verstehen an eine kaum mehr gepflegte Film-Tradition.

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