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„long Shot“ Im Kino Mal ein ganz anderes Traumpaar

Aliki Nassoufis

Berlin - Der Titel ist sperrig, doch keine Sorge: „Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“ ist eine pfiffige Komödie, mit Hirn, Herz und einer perfekten Portion von derbem Humor. Mit „Long Shot“, so der englische Titel, ist das Wichtigste knapp gesagt: Es ist ein ziemlich hoffnungsloser Fall, völlig weit hergeholt, dass Charlotte Field und Fred Flarsky als Liebespaar zueinanderfinden.

Seitenhiebe

Die beiden sind völlig gegensätzlich. Charlotte ist die coole Powerfrau, elegant und smart und obendrauf auch noch Außenministerin der Vereinigten Staaten. Fred ist ein arbeitsloser Journalist, durchaus sympathisch, aber ein Loser-Typ. Seine Garderobe passt zum struppigen Vollbart: blaugrüne Windjacke, braune Cordhosen und Schirmmütze.

Doch eines verbindet die beiden – als Teenager war Charlotte der Babysitter des einige Jahre jüngeren Freds, der damals unsterblich in die hübsche Aufpasserin verknallt war. Zwei Jahrzehnte später treffen sie sich auf einer Spenden-Party zufällig wieder. Der peinliche Moment ist schnell vorbei. Sie braucht einen Redenschreiber, er einen Job – die berufliche Paarung ist perfekt.

Das gilt auch für die Rollen-Besetzung: Charlize Theron (43) ist die taffe Politikerin, die sich schon als elegante Agentin in „Atomic Blonde“ und als Furiosa in dem Action-Inferno „Mad Max: Fury Road“ in der Männerwelt glänzend behauptete. Hollywood-Komiker Seth Rogen (37, „Bad Neighbors“) mimt den leicht ungehobelten, aber verlässlichen Schreiber, der seiner Chefin tatkräftig zur Seite steht.

Regisseur Jonathan Levine („Mädelstrip“, „50/50 – Freunde fürs (Über)Leben“) schafft das Unmögliche. Mit viel Witz und Seitenhieben auf die Washingtoner Politik lässt er die Funken fliegen, Charlotte und Fred werden zum heimlichen Liebespaar. Als er eines Morgens aus ihrem Zimmer schleicht und dabei von ihrem Bodyguard erwischt wird, bittet Fred den Agenten um diskretes Schweigen. Dessen trockene Antwort: „Das würde mir eh niemand glauben“.

„Long Shot“ ist auch in den Nebenrollen hochkarätig besetzt. Der schwedische Schauspieler Alexander Skarsgård („Niemandsland“) schlüpft in die fiktive Rolle des kanadischen Premierministers, ein eitler Schönling, der Charlotte mit Einladungen zum Austern-Essen bedrängt. „Breaking Bad“-Star Bob Odenkirk mimt den US-Präsidenten Chambers, ein früherer TV-Star, der den Job im Weißen Haus satt hat und wieder zum Fernsehen will.

Bizarre Situationen

Charlotte wittert ihre Karrierechance und steigt in den Präsidentschafts-Wahlkampf ein. Damit gewinnt „Long Shot“ weiter an Fahrt, als die Chefin und ihr Redenschreiber auf politischer Mission durch Europa jetten. Sie müht sich ab, ihr cooles Image zu bewahren, das führt zu bizarren Situationen. Noch im Drogenrausch nach einer Nachtclub-Party muss die Top-Diplomatin plötzlich via Satellitenschaltung in eine Geiselkrise eingreifen und ein feindliches Staatsoberhaupt beschwichtigen. Auch das schafft Theron spielend.

Über zwei Stunden hinweg gibt sie den gelegentlich derben Ton an, Rogen ist die ideale Ergänzung, ohne der Power-Frau die Show zu stehlen. Beide sind bei „Long Shot“ auch als Produzenten an Bord. Derartige Team-Arbeit von Schauspielern vor und hinter der Kamera ist selten und in diesem Fall ein unterhaltsamer Volltreffer.

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