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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Musical: Von Tränen, Träumen und Trümmern

30.11.2021

Berlin Am Ende gab es kein Halten mehr, die Zuschauer sprangen von den Sitzen und applaudierten dem Ensemble vor und hinter der Bühne langanhaltend und leidenschaftlich; einige Zuschauer ließen ihren Freudentränen freien Lauf. Der Begriff „Weltpremiere“ für den Auftakt des Musicals „Ku’damm 56“ im Theater des Westens in Berlin war nicht zu hoch gegriffen. Mit dieser Familiengeschichte wird Deutschlands Hauptstadt in eine Liga des Musiktheaters mit dem Broadway in New York oder dem Londoner West-End katapultiert.

Im TV ein Quoten-Hit

Die Geschichte um drei Schwestern und ihre allzu strenge Mutter (Familie ­Schöllack), die eine Tanzschule am Sehnsuchtsort Kurfürstendamm betreibt, war bereits als Fernsehserie ein Quoten-Hit. Dabei steht der Tanz als Leitmotiv für die gesellschaft­lichen Veränderungen. Die verhärmte Mutter setzt alles daran, ihren drei Töchtern durch eine möglichst vorteilhafte Heirat in der sozialen Rangliste nach oben zu ver­helfen. Am Ende bleiben aber nur Trümmer.

Drehbuchautorin Annette Hess gelang es mit sehr persönlichen und berührenden Bildern, die deutsche Nachkriegszeit Revue passieren zu lassen – packend, unterhaltsam und humorvoll zugleich. Es ist ein historischer Streifzug mit anspruchsvollen ­Themen wie Nazi-Vergangenheit, Furcht vor dem Bolschewismus und DDR-Sozialismus.

Tolles Bühnenspektakel

Die Trümmer im Straßenbild Berlins gerieten in den 1950er-Jahren immer mehr aus dem Fokus, dafür bröckelten die Fassaden vieler Familien immer mehr. Es gelang den Machern, die Story auf zweieinhalb Stunden Bühnenspektakel zu verdichten. Anders als bei anderen Musicals, die mehr von Effekten leben und Fantasiewelten erschaffen, wird in „Ku’damm 56“ ein Stück deutscher Nachkriegs­geschichte als verstockte ­Epoche mit all ihren Tränen, Träumen und Trümmern schonungslos auf die Bühne gezaubert – ganz großes Kino, voller Emotionen und Lebensfreude. All der Mief der 1950er-Jahre wird durch fetzige Musik hinweg­gefegt.

Zu den wunderbaren Schauspielern: das Ensemble besticht insgesamt durch ­klares Spiel. Sandra Leitner ragt in der Rolle der von der Mutter derb missachteten Tochter Monika heraus und mimt ihre Verwandlung vom unbeachteten Mauerblümchen zur gefeierten Tänzerin und werdenden Mutter exzellent. Auch der freigeistige ­Musiker Freddy (gespielt von David Jakobs), der ihr hilft, sich aus dem Elend zu befreien, ist herrlich anzusehen.

Großer Promi-Auflauf

Alles in allem eine denkwürdige Premiere mit hohem Promi-Auflauf. Allein schon dieses Musical lohnt einen Berlin-Besuch. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass „Ku’damm 56“ zum Dauerbrenner mit Gästen aus aller Welt werden wird.

Die Erwartungen waren groß: Funktioniert der TV-Dreiteiler auf der Bühne? Das klappt bestens. Es ist ein Genuss sowohl für die Kenner der Serie als auch für Neulinge von „Ku’damm 56“.


     www.stage-entertainment.de/musicals-shows/kudamm-56-berlin 
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