• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Tausendsassa der Musik mit Sinn für Blödeleien

30.10.2018

Berlin Der Liedermacher und Sänger Ingo Insterburg („Ich liebte ein Mädchen“) ist tot. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren, wie sein langjähriger Musik-Manager Frank Nietsch am Montag mitteilte. Er hatte den Musiker nach eigenen Angaben bis zu dessen Tod am vergangenen Samstag in einem Berliner Hospiz begleitet.

Der Liedermacher hatte Ende der 1960er gemeinsam mit Komiker Karl Dall, dem Schauspieler Jürgen Barz und dem Autor Peter Ehlebracht die Band Insterburg & Co gegründet. Zu einem Zeitpunkt, als es den Begriff Stand-up-Comedy in Deutschland noch nicht gab, erlangte die Band Kultstatus mit einem neuen Typ von Unterhaltung: Blödel-Musik und Parodien für den einfachen Humor.

Bekanntestes Lied der Band war das von Insterburg vorgetragene „Ich liebte ein Mädchen aus...“. Noch heute parodieren Fans den Endlosreim in Youtube-Videos. Oft werde der Name Insterburg auch mit dem Hit „Kreuzberger Nächte“ in Verbindung gebracht, so Nietsch. Ein Irrtum, der Ohrwurm stamme von den Brüdern Blattschuss.

Gelegentlich wurden Insterburg & Co als „Blödelbarden“ bezeichnet. Ingo habe damit nicht so viel anfangen können. Er habe sich eher als „Musik-Komödiant“ gesehen und von „Blödeleien mit Musik“ gesprochen, berichtete sein langjähriger Manager.

Mehr als 55 Jahre stand Insterburg auf der Bühne. In seiner WG in der Uhlandstraße im alten Berliner Westen lebte er Zimmer an Zimmer mit dem Schauspieler Klaus Kinski (1926–1991). Dessen Brechtballaden begleitete er musikalisch als „Guitar-Ingo“, wie Kinski ihn auf der Bühne ankündigte.

Ein „Musik-Tausendsassa“ sei Insterburg gewesen, so Nietsch. Unter anderem habe er Gitarre, Geige, Querflöte und Saxofon beherrscht – manche gleichzeitig. Zudem baute er skurrile Instrumente: eine Flöte aus einer Bürste, ein Saxofon aus einem Abwasser-Schlauch und ein Banjo aus einem Eimer. „Alles, was man zum Klingen bringen kann, das mach’ ich“, habe er gesagt.

Vor allem sei Insterburg aber eines gewesen: „Ein hart arbeitender Mensch mit einem unglaublichen Musikgespür.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.