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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Bekenntnisse und Kommissare

30.12.2017

Berlin /Oldenburg Alle auf einmal – die Altmeister der deutschen Gegenwartsliteratur geben sich die Ehre zum Auftakt des Bücherjahres 2018. Die Eliten von Unterhaltung und Krimi halten mit und werden sicher wesentlich zum Umsatz des deutschen Buchhandels beitragen.

Roman über das Alter

Die Namen kennt fast jeder: Bernhard Schlink, Hans Magnus Enzensberger, Botho Strauß oder Martin Walse. Jetzt wollen sie es noch einmal wissen – es sind Liebeserinnerungen, Altersbekenntnisse und -weisheiten. Das letzte Buch des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors Peter Härtling erscheint bei Kiepenheuer & Witsch. „Der Gedankenspieler“ sei ein bewegender Roman über das Alter, die Freundschaft und die Einsamkeit.

Das Jahr eröffnet Bernhard Schlink („Der Vorleser“) mit seinem Roman „Olga“. Es ist nach Angaben von Diogenes die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert.

An die „Tradition des romantischen Fragments“ knüpft Botho Strauß in „Der Fortführer“ an, wie Rowohlt schreibt. Martin Walser veröffentlicht „Gar alles oder Briefe an eine unbekannte Geliebte“ (Rowohlt).

Hans Magnus Enzensberger schreibt in „Überlebenskünstler“ 99 literarische Vignetten aus dem 20. Jahrhundert. Es sind nach Angaben von Suhrkamp „bewusst subjektive Darstellungen von Lebensläufen“ internationaler Schriftsteller.

Auch der Oldenburger Bestsellerautor Klaus Modick bringt im März einen neuen Roman heraus. In „Keyserlings Geheimnis“ (Kiepenheuer & Witsch) geht es um die Bohème des Fin de Siècle und einen der rätselhaftesten Schriftsteller der deutschen Literaturgeschichte.

Unter den internationalen Autoren ragen die Literaturnobelpreisträger Toni Morrison („Die Herkunft der anderen. Über Rasse, Rassismus und Literatur“/Rowohlt) und J. M. Coetzee („Die Schulzeit Jesu“/Fischer) heraus.

Die große Unbekannte darf natürlich nicht fehlen: Bestsellerautorin Elena Ferrante, deren Identität bis heute nicht geklärt ist und deren vierter Band der Neapel-Saga „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ Ende Januar bei Suhrkamp erscheint, erzählt im Juni über sich selbst. Das Buch „Frantumaglia“ sei das Selbstporträt der großen Unbekannten.

Die polarisierende Schriftstellerin und Religionswissenschaftlerin Sibylle Lewitscharoff und der irakisch-deutsche Autor Najem Wali porträtieren aus ihrer Sicht in „Abraham trifft Ibrahim – Streifzüge durch Bibel und Koran“ acht Figuren aus beiden Schriften – „temperamentvoll, engagiert, auch augenzwinkernd“, wie der Suhrkamp Verlag verspricht.

Allerdings wird sich der Buchhandel wohl angesichts stagnierender und rückläufiger Umsätze eher auf die arrivierten Krimi- und Thrillerautoren verlassen müssen. Sie legen in gewohnter Frühjahrslaune nach. Donna Leon lässt ihren Commissario Brunetti seinen 27. Fall lösen („Heimliche Versuchung“), Martin Walker überträgt in „Revanche“ seinem Chef de police Bruno den 10. Fall (beides bei Diogenes). US-Meister John Grisham, kommt mit „Forderung“ (Heyne) auf den Markt – „ein geniales Katz- und Mausspiel“.

Liebling der Krimifans

Völker Klüpfel und Michael Kobr wird etwas ganz Besonderes attestiert: deutscher Humor. Sie haben mit Kommissar Kluftinger einen Liebling der Krimileser geschaffen. Nun soll er seinen 10. Fall lösen – es sei der persönlichste. Der Jubiläumsband („Kluftinger“/Ullstein) führe den Kommissar in seine Vergangenheit. Wird er überleben?

Wem das nun alles zu verkopft, zu gruselig oder zu konfliktreich ist, der kommt selbstverständlich auch auf seine Kosten – um nur zwei herauszugreifen: Benjamin von Stuckrad-Barre mit „Ich glaub, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen: Remix 3“ (KiWi). Multitalent Axel Ranisch, der mit liebenswert verrückten Filmen wie „Dicke Mädchen“ oder „Ich fühl mich Disco“ für Aufsehen sorgte, hat seinen ersten Roman geschrieben. „Nackt über Berlin“ (Ullstein) ist eine schräge Coming-of-Age-Geschichte, in der zwei Schüler ihren Rektor entführen.

Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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