BERLIN/OLDENBURG - Seit 40 Jahren stehen die Deutschrocker der Berliner Formation Puhdys auf der Bühne, im Jubiläumsjahr gehen sie nun zum ersten Mal auf eine ausgedehnte „Akustik-Tournee“, die sie auch in den Nordwesten führt. Pünktlich zum Tourstart legen die fünf Musiker eine Live-Doppel-CD vor mit den Titeln, die sie in einem völlig neuen musikalischen Gewand präsentieren werden.

Die Puhdys ziehen den Stecker raus, verzichten konsequent auf krachende E-Gitarren-Klänge, dämpfen das Schlagzeug ab und demonstrieren eindrucksvoll, dass ihre Lieder auch mit Querflöte, Akkordeon oder Mundharmonika nichts von ihrer Massenwirkung einbüßen. Im Gegenteil: Gerade durch die leisen Töne wird dem aufmerksamen Hörer erst bewusst, wie ausgefeilt und anspruchsvoll viele Lieder sind – auch wenn sie, wie etwa „Alt wie ein Baum“ oder „Wenn ein Mensch lebt“, längst den Status eines Gassenhauers haben.

Für diese „Neuentdeckung“ haben die fünf Rocker einige musikalische Schätze aus ihrem reichhaltigen Repertoire gehoben wie beispielsweise „Erinnerung“, „Leben ist kurz“ oder „Perlenfischer“. Selbst „Hey, wir woll’n die Eisbär’n sehn“, sonst Garant für völlig aus dem Häuschen geratende Fans bei den Open-Air-Konzerten, ist als groovende „Unplugged-Version“ ein echter Hörgenuss.

Während die Puhdys weitgehend auf Technik verzichten, holen sie sich mit Andy Birr (Gitarre), Conrad Oleak (Keyboard) und Nick Scharfschwerdt (Percussion) instrumentale Unterstützung, die den vorbereiteten Klangteppich wunderbar verdichten.

Aufgenommen wurden die Lieder im April im hessischen Baunatal. Die Qualität ist erstaunlich gut, trotzdem geht die Live-Atmosphäre nicht verloren. Die Doppel-CD „Akustisch. Die Hits“ ist bei Buschfunk in Berlin erschienen. Eine nette Geste der fünf Musiker ist, ihre dienstbaren Geister hinter den Kulissen für das CD-Cover ins Rampenlicht zu holen.