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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Remarques Pazifismus aktueller denn je

25.09.2020

Berlin /Osnabrück „Im Westen nicht Neues“, heißt es im Heeresbericht an dem Tag, an dem Paul Bäumer stirbt – gefasst und einverständig. Ohnehin sind Pauls Kameraden längst alle im Ersten Weltkrieg gefallen, Mitkämpfer einer verlorenen Generation, die der Krieg aufgerieben, zermürbt und getötet hat.

Der Roman von Erich Maria Remarque, in dem er seine Erlebnisse an der Front verarbeitet, beschreibt den Krieg als das Grauen, das er wirklich war: erbarmungslos, brutal und ohne Helden. Sein eigentlich „unpolitischer“ Roman wurde Anti-Kriegs-Weltliteratur. Vor 50 Jahren, am 25. September 1970, starb Remarque in der Wahlheimat Schweiz.

Erich Paul Remark, der sich später den Künstlernamen Remarque gibt, wird am 22. Juni 1898 als Sohn des katholischen Buchdruckers Peter Remark in Osnabrück geboren. Eine Tatsache, die er später aus politischen Gründen leugnet. Seine Ausbildung erhält er am Katholischen Lehrerseminar der Stadt. Mit knapp 18 Jahren wird er zur Armee eingezogen und nach sechs Monaten Ausbildung im Ersten Weltkrieg an der Westfront eingesetzt. Wenige Wochen später trifft ihn ein Granatsplitter und verletzt ihn schwer.

Lehrer und Journalist

Nach dem Krieg beginnt Remarque nach bestandener Prüfung als Volksschullehrer zu arbeiten. Es versucht es an mehreren Schulen, wird aber nicht glücklich und gibt den Beruf auf. Es folgen Gelegenheitsjobs, etwa als fliegender Händler, Agent für Grabsteine oder Organist, die ihn zur „Osnabrücker Tages-Zeitung“ bringen, wo er Theaterkritiken veröffentlicht.

In dieser Phase beginnt er mit seinem Namen zu experimentieren. In Anlehnung an den Dichter Rainer Maria Rilke nennt er sich künftig nicht mehr Erich Paul Remark, sondern Erich Maria Remarque. 1920 erscheint sein erster Roman „Die Traumbude“.

Viel in Europa gereist

Remarque wird Redakteur in Hannover, wo er für die Continental Gummiwerke schreibt, später in Berlin als Redakteur der „Sport im Bild“. Er reist viel, sieht unter anderem Jugoslawien, die Schweiz und Italien. 1925 heiratet er die Tänzerin Jutta Ilse Zambona, von der er sich 1930 scheiden lässt, die er aber 1938 erneut heiratet, um ihr die Emigration aus Deutschland zu ermöglichen.

In seiner Freizeit schreibt Remarque an seinem Roman „Im Westen nichts Neues“. Darin bricht er das Tabu vom Heldentod und spricht von der „verlorenen Generation, die vom Krieg zerstört wurde, auch wenn sie seinen Granaten entkam“.

Heftige Kontroversen

In Deutschland löst der Roman, der später von einer amerikanischen Produktionsfirma verfilmt wird, heftige Kontroversen aus. Den Nationalsozialisten ist er ein Dorn im Auge. Bei der Uraufführung des Films 1930 in Berlin kommt es zu Aufruhr. Später verbietet die Filmoberprüfstelle den Film.

Wenige Wochen danach wird Remarque aus dem Ausland für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. 1932 verlässt er Deutschland in Richtung Schweiz. Seine Bücher „Im Westen nichts Neues“ und „Der Weg zurück“ werden 1933 von den Nazis verbrannt.

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