BERLIN - Der dänische Künstler Olafur Eliasson geht hart mit dem Kunstbetrieb ins Gericht. „Diese Welt der Kunst, der Museen kann ja auch so unglaublich elitär sein. Aber sie ist doch kein Paralleluniversum“, sagte der 40-Jährige jetzt dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Kritik übte der Künstler, dem das New Yorker Museum of Modern Art seit Sonntag eine große Ausstellung widmet, dabei auch an der Situation in seiner Wahlheimat Berlin. Dort sei eine große Chance ungenutzt geblieben.

„Ich glaube, die Stadt hätte von der hier versammelten Kreativität viel stärker profitieren können“, betonte er. Die Museen suchten nicht einmal den Kontakt zu den in der Stadt lebenden Künstlern, die weltweit ausstellen würden, nur nicht in Berlin selbst.

Eliasson hat mit seiner Frau zwei afrikanische Kinder adoptiert, unterhält ein Atelier mit 30 Mitarbeitern in Berlin, führt sein Familienleben aber in Kopenhagen. In der deutschen Hauptstadt sei „eine ausgeprägte Phobie gegen dunkelhäutige Menschen zu spüren“, sagte er. Davor wolle er die Kinder schützen.

Eliasson ist für seine oft monumentalen Installationen aus Licht, Wasser, Eis und Pflanzen bekannt. Im Sommer verwirklicht er in New York das Projekt „Waterfalls“, für das er in der Stadt vier große Wasserfälle installiert.

Der Künstler wird auch das laufende „Jaspers-Jahr“ in Oldenburg bereichern. Anlass ist der 125. Geburtstag des aus Oldenburg stammenden Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers (1883–1969). Die entsprechende Ausstellung, an der auch zahlreiche andere Künstler mitwirken, soll unter anderem eine Außeninstallation von Eliasson enthalten, die mit der Hilfe von Peter Weibel (Karlsruhe) aufgebaut wird. Das Werk entsteht beim Hörsaalzentrum der Uni Oldenburg.

Offiziell eröffnet wird die unter anderem von der Stiftung Niedersachsen geförderte Schau am 22. Mai im Audimax der Universität. Die Ausstellung steht unter dem Motto des Jaspers-Satzes „Wahrheit ist, was uns verbindet.“

Infos: www.jaspersjahr2008.de