Berlin - Der Verein World Heritage Watch zieht zum Ende der Sitzung des Unesco-Welterbekomitees eine kritische Bilanz. „Die Politisierung des Welterbekomitees hat eine neue Qualität erreicht“, sagte der Vorsitzende Stephan Dömpke am Mittwoch. Viele Staaten hätten ihr Stimmverhalten an ökonomischen und geopolitischen Interessen ausgerichtet, „offenkundige Verletzungen“ der Welterbekonvention gerechtfertigt und Argumente der Fachgremien ignoriert.
Als Beispiele nennt Dömpke die usbekische Stadt Shahrisabz, die nicht von der Liste gestrichen worden sei, obwohl ihr Altstadtzentrum umgestaltet worden sei. Auch die Aufnahme des Naumburger Doms in die Welterbeliste sei gegen die Empfehlung des Internationalen Denkmalrats Icomos erfolgt. Auf der Liste des Welterbes stehen 1092 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern.
