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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Woody Allens “a Rainy Day In New York“: Hommage an den Big Apple

03.12.2019

Berlin Und jährlich grüßt Woody Allen. Kaum, dass mal ein ganzes Jahr vergeht, ohne dass der Regie-Meister ein neues Kinostück lanciert. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren sind Filme zusammengekommen wie „To Rome with Love“, „Midnight in Paris“, „Blue Jasmine“, „Whatever Works“ oder „Wonder Wheel“. Von länger zurückliegenden Kulttiteln wie „Der Stadtneurotiker“ oder „Manhattan“ einmal ganz zu schweigen.

Ganz eigene Kategorie

Der 1935 als Allan Stewart Konigsberg in Brooklyn geborene Filmemacher stand aber auch zuletzt nicht immer nur wegen seines Kino-Enthusiasmus’ im Fokus. So räumte etwa die „Süddeutsche Zeitung“ unlängst eine ganze Seite frei, um sich unter anderem mit den Allen seit Jahrzehnten verfolgenden Missbrauchsvorwürfen auseinanderzusetzen.

Nun aber startet an diesem Donnerstag „A Rainy Day in New York“, eine unspektakuläre und doch charmant-romantische Stadt-Geschichte rund um ein junges Pärchen (gespielt von Elle Fanning und Timothée Chalamet). Auch in kleineren Rollen ist die Besetzung bei Allen gewohnt prominent: Der Brite Jude Law und die Amerikanerin Selena Gomez sind ebenfalls mit dabei.

Längst schon wollte Gatsby seiner College-Flamme Ashleigh sein New York zeigen: so ein richtig rundes, richtig romantisches Wochenende, mit allem Drum und Dran. Dass es nun tatsächlich dazu kommt, liegt daran, dass die fleißige, wenn auch arg naive Ashleigh ein Interview in Manhattan ergattern konnte mit einem angesagten Regie-Guru. Dass dann vor Ort alles etwas anders kommt, vieles schiefgeht und Gatsby sich mehr oder weniger allein zurechtfinden muss, während seine Ashleigh immer weiter hineinrutscht in die verlockenden Untiefen der New Yorker Kunst-Boheme – das alles bietet Woody Allen viele hübsche Anlässe, seine Fähigkeiten als Drehbuchautor und Regisseur auszuspielen.

Gatsby, der aus wohlhabendem Hause kommt, flüchtet sich nicht nur ins geliebte Glücksspiel, nein, auch in die Arme einer Edelhure. In einer hübsch komponierten Sequenz präsentiert er schließlich diese neue Bekanntschaft seiner Mutter auf einer Edelparty. Allen nimmt uns mit in ein New York der Bildung und des Geldes, ein New York, in dem man das Wort „Republikaner“ (die Partei Donald Trumps) nur hinter vorgehaltener Hand ausspricht.

„Rainy Day“ ist ein Film für (New York-)Romantiker. Es gibt das, von Politikern wie dem ehemaligen Bürgermeister Rudolph Giuliani sauber gefegte, nicht mehr so sehr von Kriminalität belastete New York der Gegenwart. Und es gibt das ältere New York der Mean Streets, beschrieben etwa im gleichnamigen Film von Martin Scorsese, beschworen aber auch im jüngst angelaufenen „Joker“.

Das New York aber in Allens neuem Filmwerk fällt in eine ganz eigene Kategorie. Auch Allens New York-Eloge mit in schwelgerisches Goldgelb getauchten Interieurs, wunderbaren Ansichten aus dem Metropolitan Museum, einer Kutschfahrt im Central Park und viel flankierendem Bar-Jazz lässt ein altes New York vermissen: ein New York des Bebop, das N.Y. der 30er oder 40erJahre.

Macht Sinn und Spaß

In einer wunderbaren Szene erklärt Gatsby seiner Flamme, was es mit SoHo auf sich hat, dem ehemaligen Künstlerviertel im Süden Manhattans: Früher sei der Bezirk sehr hip gewesen, so Gatsby, enorm angesagt, dann aber seien sukzessive alle nach Tribeca und später Brooklyn gegangen. Und jetzt, im New York der Gegenwart, da wohnen sie alle wieder bei Mama. Hübscher kann man die Folgen der sogenannten Gentrifizierung kaum auf den Punkt bringen.

Sieht man aber ab von allen politischen Implikationen und lässt man sich ein auf die N.Y.-Reise, dann macht das Ganze nicht nur Sinn, sondern auch Spaß. Und der unermüdliche Woody Allen? Der hat jüngst in Spanien seinen 51. Film abgedreht.

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