BERLIN - Im jahrelangen Rechtsstreit, ob die inzwischen gestorbene Schauspielerin Jenny Gröllmann als IM (Inoffizieller Mitarbeiter) der DDR-Staatssicherheit bezeichnet werden darf, hat das Berliner Kammergericht Zweifel an der Stasi-Akte über die Künstlerin geäußert. Es gebe in dem Bericht keine Verpflichtungserklärung und auch kein anderes von ihr selbst unterzeichnetes Schriftstück, so Richter Stefan Neuhaus. Zudem habe Gröllmann bei Treffen mit einem Stasi-Major nachweislich auf der Bühne des Berliner Maxim-Gorki-Theaters gestanden. „Wir haben nicht die Absicht, alle weißzuwaschen, aber in dem Fall können wir die Zweifel nicht überwinden.“ Gröllmann starb 2006 an Krebs. Die Ostdeutsche war u. a. durch die TV-Serie „Liebling Kreuzberg“ bekannt geworden.

Ihr zweiter Ehemann, der inzwischen ebenfalls an Krebs gestorbene Schauspieler Ulrich Mühe („Das Leben der Anderen“), hatte 2006 im Magazin „Focus“ Stasi-Vorwürfe erhoben. Vor Gericht wird Gröllmann jetzt durch ihren dritten und letzten Ehemann vertreten.