• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zeitreise: Geheimes Kunstprojekt will Mauer nachbauen

25.08.2018

Berlin Fast 30 Jahre nach dem Fall der Mauer soll in Berlin wieder ein Betonwall die Menschen in hüben und drüben teilen. In einem geheimnisumwitterten Kunstprojekt will der russische Filmemacher Ilya Khrzhanovsky (43) im Oktober ein ganzes Häuserkarree am Boulevard Unter den Linden einriegeln und dort eine Diktatur nachspielen.

„Weltereignis“

Am nächsten Dienstag wollen die Verantwortlichen die Pläne erstmals vorstellen, aber schon vorher schlagen die Wellen hoch. Denn nach allem, was bisher durchgesickert ist, handelt es sich bei „Dau“ um ein Projekt von ganz neuen Dimensionen. Künstler wie der Filmemacher Tom Tykwer („Lola rennt“), Performerin Marina Abramović und Streetart-Legende Banksy sind beteiligt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach gleich von einem „Weltereignis“.

Herzstück, so viel verrät die Einladung für Dienstag, ist die Premiere von 13 Filmen, drei Serien und einer digitalen Filmplattform, die Khrzhanovsky seit 2008 geschaffen hat. In einer eigens nachgebauten Stadt in der Ukraine ließ er für zwei Jahre den stalinistischen Überwachungsstaat wiederauferstehen – bis hin zu Details wie kratzender Unterwäsche und Kohlsuppe.

Für viele der bis zu 400 Menschen, die dort lebten und arbeiteten, sei die Kulisse nach und nach zur Realität geworden, schreibt das Kunstmagazin „Monopol“, das den Filmemacher schon länger begleitet. Den Namen „Dau“ hat das Projekt von dem sowjetischen Atomphysiker Lew Landau (1908– 1968), um dessen Institut es vor allem geht.

Unter dem Titel „Dau Freiheit“ soll die Zeitreise nun in Berlin weitergehen. Laut Bezirksamt haben die Berliner Festspiele als Veranstalter dafür ein gewaltiges Areal rund um das edle Kronprinzenpalais beantragt – einschließlich Staatsoper, Bauakademie und Schinkelplatz.

Dort entstehe eine „Stadt in der Stadt, die ein Leben nach anderen Regeln zeigt und erfahrbar macht“, hieß es von den Festspielen kryptisch. Auf der Homepage DAU, für die man sich registrieren lassen muss, verspricht ein vorgeschalteter Trailer: „Sie entscheiden selbst, wie weit Sie gehen.“

Für die neue „Mauerstadt“ sind Medienberichten zufolge strenge Kontrollen geplant. Nur angestammte Bewohner erhielten einen Dauerausweis, Besucher müssten wie in einem Erlebnispark Eintritt zahlen. Nach einem Start Mitte Oktober soll am 9. November, dem Tag des Mauerfalls, auch die Fake-Mauer wieder fallen. Weitere Stationen sind Paris (November 2018) und London (Anfang 2019).

Dringende Fragen

Freilich: Ob es in Berlin so weit kommt, ist noch nicht ausgemacht. Das Projekt war schon einmal abgeblasen worden. Auch jetzt scheint noch nicht alles in trockenen Tüchern zu sein. Zudem steht ein Hindernislauf bei den Behörden bevor. Bis zum 30. August sollten erst einmal die dringendsten Fragen und mögliche Probleme benannt werden, teilte das Bezirksamt mit. Ob es am Dienstag mehr Auskünfte gibt? Fest steht nur, dass Khrzhanovsky nicht kommt. Er äußere sich nie in der Öffentlichkeit, hieß es.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.