Berne - Wenn im Sommer die Mähdrescher auf den gegenüberliegenden Wiesen anrücken und dutzende Störche sich dahinter versammeln, um auf Nahrungssuche zu gehen, ist das nicht nur für Wolfgang Heißenhuber ein beeindruckender Anblick. Und wenn sich die Vögel dann anschließend gemeinsam in die Lüfte erheben, um über Harmenhausen zu kreisen, ist das Bild noch viel imposanter.

Nach neun Jahren Pause von der Malerei motivierte das den Harmenhauser Künstler, endlich wieder zum Pinsel zu greifen, um diese Momente auf die Leinwand zu bannen.

Familie Heißenhuber hat zusammen mit Peter Ziegeler und seinen Feuerhölzern und Spiegel-Mobiles nun wieder Freunde und Bekannte zur Jahresausstellung eingeladen. Eine Woche lang zeigten die Künstler, was bei ihnen in den vergangenen Monaten neu entstanden ist.

Eigentlich aus der Malerei kommend, hatte er schon lange angekündigt, wieder damit anzufangen. Was erzählst du den Leuten, habe seine Frau Elfi in den Vorjahren immer geschimpft, verriet Wolfgang Heißenhuber augenzwinkernd.

Gemalt werde in der Waagerechten und ausschließlich in Öl. An einer Staffelei würden die oftmals millimeterdick aufgetragenen Farbschichten, die für die Lebendigkeit sorgen, verlaufen. Spannend seien die vielen Zufallsfaktoren, die sich so ergeben, erklärte Heißenhuber seine Technik. „Zu schön“ und damit kitschig sollen seine Bilder allerdings nicht werden. Da wäre ein Foto ehrlicher, fügt der bevorzugt nachts malende Künstler hinzu.

Viele Blicke auf sich zogen die Basalt-Stelen im Eingangsbereich. Dem zu den härtesten und schwersten Gesteinsarten zählenden Material war mit herkömmlichen Diamant-Flexscheiben nicht beizukommen. Doch Elfi und Wolfgang Heißenhuber gaben nicht auf, einen Weg zu finden, das genauso faszinierende wie widerspenstige, in 300 Metern Tiefe gewonnene Gestein aus der Eifel bearbeiten zu können – mit Erfolg. Teure Spezialflexscheiben und im Kontrast zum schwarzen Stein stehende Blattgoldblüten verwandelten die Stelen in absolut wetterfeste Kunstwerke.

Stelen aus Schiefer, in Form gebrachtes Glas, mit Holz oder Stein kombiniertes Metall – viel gab es zu entdecken. Von dem Andrang, der gleich am ersten Wochenende der Jahresausstellung herrschte, waren Heißenhubers ganz überwältigt. Auch wenn man manchmal gerne mehr Zeit für persönliche Gespräche mit den Gästen gehabt hätte, war die Freude über das große Interesse natürlich groß.

Zu den treuen Hei-Art-Fans gehört jedes Jahr die Gansper Walkinggruppe, die mit großem Hallo empfangen wurde. Bei Kaffee und Kuchen machte das Wiedersehen viel Spaß, bevor die vor der Tür geparkten Stöcke wieder von den Frauen in die Hände genommen und dann alle Kalorien auf dem Heimweg verbrannt wurden.